Montag, 27. Oktober 2008

Gebooortstag!

Jouh, nun ist es also mal wieder so weit. 21?! Whuuut? Ging wirklich scheisse schnell rum das alte Jahr, hab natürlich viel erlebt, aber rezitieren macht ohne dass ihr die Insider kennt wenig Spass, also lieber was von meinem Tag heute:
Ihr kennt das ja, jede Familie hat ihr bestimmtes Geburtstagsritual, das zumindest ich bei meinem 20. sehr sehr schmerzhaft vermisst habe. Darum kam mir folgender Gedanke, Samuel und Sebastian in die hohe Kunst der heissischen Bescherung einzuweihen. Punkt 1: Mich mit "Zum Geburtstag viel Glück" sanft aus dem Schlaf singen. Danach duschen, Vorfreude im Bauch und als großes Finale, vor der geschlossenen Tür warten, bis der lang ersehnte Chartbreaker "Geburtstagskind, komm herein" ertönt. Daraufhin eintreten, Kerzenlicht, Wunderkerzen, 2 singende Zivis, einer davon mit engelsblonden Locken und vor allem der Geburtstagsbogen, der natürlich dieses Jahr etwas kürzer ausfiel...
Dieses Jahr liesen sich sogar die Internos etwas neues einfallen, wird man doch generell nur in den See geworfen, bekam ich eine Extrabehandlung. Und zwar ein 120kg Schwein mitten in meinem Zimmer! Ich hab zwar gekämpft wie ein Mann, aber gegen 24 Internos + Kampfschwein war jeder Sieg aussichtslos. Aber das reicht natürlich nicht, stand das Schwein dann mal in meinem Zimmer und der Siegesschrei der Internos klang an, bekam das arme Tier eine Panikatacke und löste die Situation damit, einen 3 Kilo Haufen in mein Zimmer zu setzen. OMFG! o.O Zum Glück stinken Bilder nicht, sonst würde hier keiner lesen...

Sonst kann ich nur sagen, es war ein schöner Geburstag, danke für die vielen Glückwünsche und das 2. Rad ist nun endlich angekommen und aufgebaut. Übrig blieb noch ein bischen Kohle und das hab ich jetzt in ein Skateboard investiert, da ein paar Internos auch leidenschaftliche Skater sind. Vielen Dank hier nochmal an alle, die sich beteiligt haben, die Sache läuft hier richtig gut :)

Montag, 20. Oktober 2008

Voll die Heirat

Halt Stop, fing alles ja schon etwa vor einer Woche an, als wir einen Jungesellenabschied zu feiern hatten. Daniel nämlich, unser Arbeitstherapeut, hatte die güldenen Flitterwochen vor sich und damit natürlich auch das, was man unter einem brasilianischen Junggesellenabschied versteht: Grillen und danach das Opfer mit Mehl, Eiern und allem möglichen dekorieren. Mein unmoralischer Vorschlag, die Party aufzupeppen, wurde leider zurückgewiesen... Aber da man am besten sowas nur einmal im Leben durchmacht, natürlich Motivation den Ring ein wenig stecken zu lassen, wofür hat man denn Freunde? Das sah dann jedenfalls im Endeffekt so aus:

Die Hochzeit an sich hat sich gestern abgespielt und wer es nicht weiß, brasilianische Hochzeiten sind im Grunde ziemlich ähnlich. Es wird geheult, beim Kuss geklatscht und Braut wie Bräutigam sind weiß bzw. schwarz. Einziger Unterschied bildet die Anfangszeit, nämlich 6 Uhr abends. Und mit 6 Uhr abends, wird gemeint, dass man sich gegen 6 auf den Weg macht. Das ist kein Witz, es ist wirklich Sitte, bis auf den letzten zu warten und davon auszugehn, dass er nicht länger als 2 Stunden zum Haartracht formen braucht. Sprich um 9 war dann die Szene im Kasten, die Braut geknutscht, Tränen abgewischt, Homies gedrückt und ab ins Reastaurant, natürlich Essen. Sonst verlief der Abend relativ normal, ich hab jetzt auch nicht den derben Flash bekommen von wegen ich muss schleunigste heiraten oder sowas. War chillig und genau jetzt klingelts zum Essen und ich hab Hunger, bis dennsen also!

Dienstag, 14. Oktober 2008

Vagabundojagd

Heute wieder mal ein freier Tag und das Wetter lädt geradezu ein zum Radfahren. Am Mittag werde ich mich auch auf jeden Fall mit meinem Gerät aufmachen, aber vorher noch kurz ein kleines Update zu meinem Zivileben:

Vor etwa 2 Wochen (Ich weiß, die Aktualität lässt zu wünschen übrig) mussten wir feststellen, dass immer wieder unsere Erdbeerfelder geplündert werden. Man konnte sich auch schon denken, wer das war, weil immer, wenn etwas in diese Richtung passiert, es eben jener ist. Weiter unten in unserer Straße lebt schon seit geraumer Zeit ein Drogensüchtiger und Dealer. Da fragt man sich natürlich, was ein Cracksüchtiger mit Erdbeeren will, aber die Frage ist rasch beantwortet. Die hiesigen Dealer haben es sich nämlich zu eigen gemacht alles, wirklich alles, im Tausch gegen Drogen anzunehmen. Erdbeeren stehen da natürlich hoch im Kurs, vor allem sind sie leichter zu klauen als z.b. Fernseher oder Autos. Dass die gedealten Gegenstände natürlich zu einem Spottpreis über den "Laden"tisch gehen versteht sich von selbst, hat zum Beispiel ein Neuzugang in Cerené vor kurzem sein Motorrad für 2000 Reais verhökert. Wert war das neu um die 10 000, aber der Dealer kauft eben alles und das zu einem asozialen Preis. Oder im Grunde auch ganz in Ordnung, denn zum Beispiel dieser Interno ist nach eben jener Aktion aufgewacht und hat sich internieren lassen. Gut gemacht, Mister Dealer ;)
Jedenfalls kam dann die Idee auf, sich endlich mal gegen diese Sache zu wehren, da die Polizei hier aber nur Verbrechen verfolgt, die inflagrantie erwischt werden und Augenzeugen (die es zu Haufen gab) keinen Wert haben, sich solange im Wald zu verstecken, bis der Typ wieder einsteigt und ihr dann dingfest zu machen. Ich war natürlich sofort mit brennendem Eifer dabei, also Walky-Talky geschnappt, Schnur eigepackt und für den Fall der Fälle ein 1m langes Buschmesser mitgenommen. Im Prinzip hatte niemand damit etwas vor, es kam nur richtig cool! Und tatsächlich, nach etwa 2 Stunden Wache kam unser Vagabundo und machte sich ans Erdbeeren sammeln. Nur um es vorrauszunehmen: Wir haben ihn nicht gekriegt :/ Es lief nämlich folgendermaßen ab: Mit im Team befand sich ein Ex-Marine, jedenfalls behauptet man das hier, wenn man 9 Monate Pflichtwehdienst geleistet hat. Seine Idee war es auch sich mit Camouflage anzumalen, was mir persönlich dann doch ein bisschen zu lächerlich war, mitten in der Nacht, ohne Licht... Auf jeden Fall hat dann eben dieser Patriot kurzgeschalten und entgegen dem ursprünglichen Plan, langsam anpirschen, auf Blitzkrieg gewechselt, Kriegsgeschrei angestimmt und mit hundert Prozent Elan und Null Intelligenz auf den Typen zu. Der ist natürlich sofort im benachbarten Garten verschwunden und ward nicht mehr gesehen :/
Naja egal, es hat unglaublich viel Spaß gemacht und seither kam er auch nicht wieder, also hat es schlussendlich dazu geführt, was wir eigentlich wollten, nämlich die Erdbeeren schützen :)


So, das war es aus meinem heldengleichen Leben, man hört dann von mir!