Samstag, 29. Dezember 2007

We Wish You A Merry Christmas...

Während ich das hier schreibe summt aus meinen Boxen Jack Johnson und es wäre super, wenn ich es schaffen würde seinen Flow in meinen Text mit einfließen zu lassen, weil eben dieser Flow mein diesjähriges Weihnachten geprägt hat. Anstatt Schnee, auf den man hofft oder der verführerische Duft von Marzipan und Kerzenrauch erwartete mich hier unter der, 40°C im Schatten spendende Sonne nichts anderes als Strand, besagte Sonne und Bikinis. Dazu kam alles weitere, was das Hawai-Herz begehrt: Kokosnuss mit Strohhalm! Fett, Fett dachte ich mir, als ich das erste mal an meiner Kokosnuss nukelte und meine Augen über die gechillte Strandatmosphäre schweifen ließ. Es war nämlich schon Freitag Abend, als ich in Bombinhas, meinem auserkohrenen Urlaubsort, eintraf und es bot sich mir ein schöner, lauwarmer Sonnenuntergang. Die Idee zu diesem Ausflug kam aus Cerené Sao Bento do Sul und neben Chef und Frau erwarteten mich auch noch 2 Freiwillige von dort: Timo und Thomas. Aber erst mal heim in die Pausada, Feuer mit Kohle, einem halben Liter Alkohol und nur 1 Streicholz machen und Grillen! Aber auf die brasilianische Art: Man nennt das Schorasko und schreibt es vermutlich völlig anders, aber es geht auf jeden Fall darum möglichst viel Fleisch ohne störende Beilagen, wie Gurkensalat oder Grilltomaten, zu vernichten. Da spiel ich natürlich gerne mit und auch wenn irgendwann der Hysterietrend „Hautkrebs vom Sonnenbrand“ zu „Diabetis von zu viel Fleischgenuss“ umschwingen sollte, werde ich genau das selbe machen, was ich im Moment mit den Gedanken zum Hautkrebs mache: Nicht beachten! Im Verlaufe des Abends kam dann die Idee auf, sich in eine gechillte Palmenbar in Bombinhas zu setzen und mit Hawaiketten um den Hals einfach mal den Süden genießen. Die Gruppe bestand am Ende dann leider nur noch aus Thomas und mir, was aber natürlich kein Grund war sich nicht noch um halb elf auf den Weg in ein unbekanntes Gebiet zu machen. Und der Abend wurde wohl das Assigste was ich so erlebt habe :/ Wir liefen erst einmal 2 Stunden in eine uns unbekannte Richtung, bis wir irgendwann irgendwo rauskamen, wo es a) keine erhoffte Strandbar und b) nicht mal Taxis gab. Das war hart! Unsere Idee wurde also schnell von Strandbar zu Strandhotel umgemoddelt, aber nicht mal das war uns möglich. Witziger weiße kamen wir dann mit einem Drogensüchtigen ins Gespräch, indem er uns nach etwas zu Rauchen fragte. Wir erzählten ihm von Cerené und unserer Arbeit dort und es entwickelte sich ein wirklich gutes Gespräch über Gott und gegen Drogen. Ich hatte auch echt das Gefühl, dass er von unserer Sache sehr angetan war und vielleicht läuft ihm eines Tages ein anderer über den Weg, der beendet, was wir in ihm angestoßen haben. Er hat uns dann auch noch durch die hießigen Favellas geführt und uns wieder dahin zurück gebracht, wo wir uns wieder auskannten. Richtig, wir hatten uns nämlich total verlaufen :/ Aber dafür waren wir auch schon wieder um halb fünf zurück, nicht zuletzt, weil uns kein Auto mitnehmen wollte, obwohl wir doch gar nicht so Aussehen, als wären wir im Stande eine Schusswaffe richtig herum zu halten, oder? Ein sechs stündiger Fußmarsch lag nun hinter uns und nichts was wir erreichen wollten ist uns geglückt. Aber im Hinblick auf den Drogensüchtigen kann ich dem Satz „Die Wege des Herrn sind unergründlich“ auch noch den Zusatz „und manchmal verdammt weit“ hinzufügen. Ich bin davon überzeugt, dass die Idee an diesem Abend wo ganz anders, sehr weit oben gesponnen wurde. Haltet mich nun für verrückt aber das gibt dem allen irgendwie die Bestätigung :)
An Weihnachten war alles anders und trotzdem das selbe. Komisch, wie das ein und das selbe Fest, das jedes Jahr von fast jedem Menschen auf dieser Erde gefeiert wird, völlig anders ist, wenn du nicht in deiner gewohnten Umgebung bist. Nur mal so: Für mich war dieses Jahr eigentlich kein Weihnachten und ich muss sagen, das ich das sehr schade fand. Vor allem auch enttäuschend, weil ich immer davon ausging, dass ich an Weihnachten eben nicht nur auf das ganze Brimborium drum herum geachtet habe sondern mich auf das besonnen habe, um was es eigentlich geht. Aber dann erlebe ich Weihnachten in seiner Urform, nämlich als einen völlig normalen Tag mit gegrilltem Hühnchen und merke, dass mir wohl doch immer viel mehr an dem ganzen unwichtigen Zirkus gelegen hat. In amerikanischen Filmen heisst es, Weihnachten ist das Fest der Familie. Die hat ganz gewiss gefehlt aber nicht mal das sollte ablenken von dem fundamentalsten Tag in der Geschichte der Menschheit. Dieses Besinnen, von dem jedes Mal in jeder Kirche an Weihnachten gepredigt wird, habe ich meines Erachtens wohl immer zu wenig wahrgenommen. Vielleicht lag es daran, dass ich Weihnachten eben nur mit Geschenken, Tannenbaum und „Oh du fröhliche“ kenne, aber sollte man als Christ nicht, oder gerade als Christ, über den Tellerrand des Kommerzweihnachtens hinausschauen können um einfach mal nur einen Blick auf den kleinen Knirps in der Grippe zu werfen, dessen Geburt der Grund für den ganzen Weihnachtsglamour ist? Enttäuschend und interessant würde ich diese Erfahrung bezeichnen und zum Glück habe ich nochmal eine Chance im nächsten Jahr :)

Das wars dann auch schon wieder und Entschuldigung, dass ich diesmal solange auf mich habe warten lassen. Ich hatte viel zu tun und....

naja glaubt mir ja eh kein Mensch ;)

Frohes Fest und einen guten Rutsch!

Montag, 5. November 2007

Doing a favour

Und wieder ist ein Wochenende rum und damit auch der Anfang des 3. Monats hir in Brasilien. Freitag war schon wieder wegen eines Feiertages, dessen Grund ich vergessen habe nachzufragen, durch reichlich Freizeit gekuehrt. Passend dazu veranstaltete die MEUC (große Kirche, dessen ausgeschriebenene Namen ich nicht weiß) einen Jugendkongress und wir sahen das als ein Zeichen wieder einmal die brasilianischen Busunternehmen zu beehren. Durch die, erneut brilliante Organisation der Fahrplaene waren wir auf Hin- und Rueckweg von 12 bis 6 Uhr morgens unterwegs, kombiniert mit nur 4h Schlaf. Angekommen bot sich unseren Augen ein sehr feuchter Anblick, denn es goss aus Stroemen! Die extra fuer diese Faelle errichtetet Ueberdachung des Zeltplatzes war mir also mehr als wilkommen, obwohl ich sie ohne diese Witterung mit Sicherheit als die neue Definition von Frauencamping benutzt haette (Autsch-Eigentor). Aber der Regen hatte auch etwas gutes: Es tut einfach enorm gut mit seiner Jack-Wolfskin-Jacke im stroemenden Regen zu stehen und die Meute an herbeieilenden hilfsbereiten Maedels mit Regenschrim zu entsagen, weil man keinen Grund hat sich diesem Parfuemgeschwader auszusetzen, da die 10 000l Wassersaeule es voll bringen! Merkt man, dass ich die Jacke mag? =)
Weiter ging es mit 2 Gottesdiensten pro Tag, von denen ich leider nicht allzuviel Inhalt mitnehmen konnte. Aber man merkt schon, dass man dort das ein oder andere Wort mehr versteh, als man es noch vor 3 Wochen getan haette und das motiviert. Der Lobpreis war undglaublich gut! Mit 2100 Jugendlichen beschallten uns 5 verschiedene Bands mit brasilianischen Worshipliedern. Am Samstag abend gab es dann noch eine Art Konzert und ich habe es genossen endlich mal wieder richtig aus mir herausgehen zu koennen. Pogo im Worship-Moshpit =D Wie geil ist das denn?
Mit ein Hauptgrund fuer dieses gelungene Wochenende waren wohl die anderen Deutschen Freiwilligen, die aus Sao-Bento, Palhoca und Blumenau zurreisten und eine ansehnlichen und sehr gechillte Gruppe bildeten. (Entschuldige Konny, aber deine Stadt konnte ich mir nicht merken...) Viele gute und fuer mich bereichernde Gespraeche haben sich an diesem Wochenende entwickelt, und fuehrten neben den seit langen gechilltesten Chilloutsessions auch zu nur weiteren 4h Schlaf pro Nacht.
Und obwohl ich mich jetzt mit 16h Schlaf am 5. Tag hier tippe, komme ich nicht umhin ein zufriedenes Laecheln ueber dieses, von Gott gesegnetes Wochenende, mit den letzten mir verfuegbaren Kraftreserven auf mein Gesicht zu bannen.
Deswegen noch ein Danke an alle die da waren und ein Hallo an meinen gelben Baeren, auf den ich nun todmuede fallen werde :)

Man sieht sich!


p.s. Kommentare zu meinem *Rock-Around-The-Clock*-Shaving?

Samstag, 27. Oktober 2007

Getting older...

Alter! 20 o.O
Wie geht das denn? Kroch ich doch noch vor kurzem in meinen vollgedungten Pampers durch die Wohnung in der Vierlingsstrase. Auch wenn es mir mein, damals nocht nicht faehiges Gehirn, nicht ermoeglicht mich an diese goldenen Stunden zu erinnern, hat es sie trotzdem gegeben. Auch die folgende Zeit, die mich zu dem macht, was ich heute bin, kommt mir jetzt schon so weit entfernt vor. Kindergarten, Grundschule, Gymnasium, AHS und das wars dann schon in meinem Werdegang. Die Zeit vergeht immer schneller und der Haufen an gewonnener Erfahrungen wird immer groeser. Aber trotzdem beschleicht mich ein komisches Gefuehl, wenn ich an die Zahl 20 denke. Viele Vertreter meiner Altersgruppe sind schon erwerbstaetig, andere heiraten bald und ganz vereinzelt ist schon das erste Kind auf dem Marsch ins Leben. Der Kram fuer Erwachsene eben...
Aber halt! Ich gehoere da jetzt ja auch dazu! Ich bin nun Teil der "Jetzt wird es richtig ernst"-Generation, die die Zukunft in ihren Haenden haelt, und ich fuehle mich noch so weit davon entfernt. Oder zerstoert ein verantwortungsbewusster Familienvater mit BMX seine Kniescheiben? Steht er vielleicht auf das Wort Shizzle-Dizzle und will Kinder, weil er Umstandskleidung so witzig findet? Ist es ihm vergoennt, noch einmal richtig derbe auf die Kacke zu hauen? Und die grose Frage nach dem, was ich die ganze Zeit geleistet habe umkreist mich immer enger. Wenn ich resuemiere, bleibt eigentlich nur ein schlechtes Abitur und viele seltsame Aktionen.
Ich gehe die Liste dieser Aktionen im Geiste noch einmal durch und muss anfangen zu lachen:
Im Bordell erste Missionsversuche starten, 4-Sterne-Designer Hotel in Oesterreich 3 Tage lang shocken, eine Woche lang waehrend der Schulzeit bis 5 Uhr am Rechner nerden, Auto kaputt fahren und durch Papis Versicherung Gewinn machen, halbnackt mit Julian vom Entenfang bis zu mir nach Hause laufen, nach dem Roadtrip nach Stuttgart den Zug mit unseren Socken geruchlich crashen, die 2l-Kaffe-anstatt-Alkohol-Zeit, Maenner Abende mit Assi-Toni-Trendwave, mit den 8 Maedels aus dem Dominicus allein durch die Karlsruher Bars ziehen, die 36 "alles Gute zum Geburtstag!" Mails die ich heute bekommen habe...
Das ist mein Leben und ich moechte keine Sekunde davon tauschen, sei es fuer das Verstaendis fuer einen verantwortungsvollen Umgang mit meinem Koerper oder die Motivation als Politiker die Welt veraendern. Jeder hat, was er haben soll und erlebt, was er erleben soll! Hauptsache man vergisst dabei nicht gluecklich ueber das zu sein, was einem gegeben ist.
Ich fuehle mich mit 20 nun so, als haette ich verstanden, was in 1. Thesalonicher 5,18 steht: "Seid dankbar in allen Dingen, denn das ist der Wille Gottes in Jesus Christus an euch!" Und deswegen freue ich mich nun auch schon auf die naechsten Jahre, bis es wieder heisst "Alles Gute zum naechsten Jahrzent!"

Danke an alle, die mich kennen und damit mein Leben zu dem gemacht haben, was es heute ist: Bockgeil!

Yo´, Fo´ shizzle!

Montag, 22. Oktober 2007

Roadtrippin´

Weisworscht, Schweinshoaxen und Lebberkaas war fuer uns drei Deutschen Motivation genug, unser, durch den Kindertag verlaengertes Wochenende in Blumenau zu verbringen. Wem jetzt die abstruse Idee kam, wir wuerden uns auf ein Oktoberfest-aehnliches Gebilde in Braslien einlassen, hatte selbstverstaendlich Recht! Wie ja jedes Kind weis war Brasilien ein Kolonialland und auch viele Einwanderer aus Deutschland fanden den Weg hierher. Einer von denen hatte dann wohl, von eben diesem Fest noch einen sitzen und fuehrte ein, was fuer Bayern repraesentativ ist (Autsch!). Da wir alle 3 noch Oktoberfest-jungfrauen waren gab es also keine andere Moeglichkeit, als aufzubrechen. Die brasilianischen Busunternehmen hatten es vollbracht uns in knapp 12 Stunden von Lapa nach Blumenau zu bringen, wofuer wir mit dem Auto weniger als 2 gebraucht haetten. Die substanzfressenden 5 Stunden Wartezeit, die wir in Curitiba verbrachten, haetten aber noch leicht mehr werden koennen, wenn der Kontrolleur meinen deutschen Fuehrerschein nicht fuer den benoetigten "Passaporta" gehalten haette und mich mit einem Blick, der keine Ahnung wiederspiegelte, aber Ahnung ausdruecken wollte, passieren lies. In Blumenau selbst nahmen uns Ruben und Daniel, zwei Freiwillige der dortigen Cereneeinheit, in Empfang und nachdem auch noch die anderen Gaeste eingetrudelt waren (Micha, Martin und 4 Maedels, deren Namen ich bis auf Justins vergessen habe) ging es in einem Hippie-VW-T2 schnurstracks ins Bett.


Am naechsten Tag (Freitag) bereiteten wir uns mental auf das bevorstehende Ereigniss vor und unternahmen erst mal eine entspannte Shoppingtour durch Blumenau. Einem von uns kam dann die genial Idee, Ruben, der am naechsten Tag 20 werden sollte, eine Karte zu besorgen und den noch uebrigen Platz fuer Unterschriften, vom Einkaufspersonal signieren zu lassen. Erstaunlicherweise zeigten sich Frauen dem Unterfangen weniger skeptisch gegenueber als Maenner (2:78 fuer die Frauen), was Ruben aber wohl nicht sichtlich stoerte, als wir ihm die Karte Punkt 0 Uhr ueberreichten.


Nachdem ich am naechsten Morgen meinen Schlafrekord in Brasilien von 12:30 Uhr aufgestellt hatte ,und dadurch einige Stunden interressantes Fussball zwischen Internos und Deutschen verpasst hatte, ging es Schnurstracks mit dem 18 Uhr Bus auf ins Stadtzentrum. An der Bushaltestelle kam uns uebrigens unser erster Affe zu Gesicht und auch wenn das Foto keine Chance auf eine Top-Ten Platzierung der Jahresfotos in Fischer- oder Kleintirezuchtvereinen hat, musste das einfach mal festgehalten werden.


Die traditionellen Landesfarben in blau weis hatte leider keiner von uns erspaehen koennen, dafuer aber eine exorbitante Bierdose mit einem Mindestvolumen von 300 Litern (Erinnert sich jemand an die Bodenseegeschichte?), die, untermalt mit schlechter Schnulzen-Hau-das-Bier-weg- Musik aus dem tiefsten Herzen Bayerns, die Hauptstrase fuer sich beanspruchte. Wenig spaeter sahen wir uns auch schon an der Strase auf der der geplante Umzug stattfinden sollte. 80 Wagen rollten nun an unseren Augen vorbei, garniert, wie es sich gehoert, mit zuenftigen Madels im Diarndel und laendlicher Blasmusi. Am besten gefallen haben mir wohl der Ezzenwagen, Pizzwagen und allem voran die Banda Original „Donauschwaben“. Da kam eben noch mal richtig Deutsch-Bayrischer Flair auf und uns mitreisend lassend begaben wir uns nach dem Umzug in die beruehmte „Villa Germanica. Ein, wie sich rausstellen sollte, Deutsches Dorf, das den Anschein machte frisch aus dem Disneyland entwendet worden zu sein, um am Oktoberfest-Blumenau tausenden Menschen die Moeglichkeit zu geben, bei Ur-bayrischen Flair, dem Mase zu froehnen. In der festhalle goenne ich mir eine „Specialidade Allemanhia“ um kurz danach festzustellen, dass die Wurst und der Kaese den Begriff Low-Budget Essen neu definierten und mir die vertrocknete Brezel auch keine Abhilfe schaffen konnte. Aber man wusste sich zu helfen und so bestiegen wir kurzerhand einige Fahrattraktionen und liesen die Amerikaner, mit einem Kampf von Sebastians Maclyte gegen 15m Sturz aus einer Riesenschaukel, beweisen, dass sie wohl doch etwas drauf haben muessen.


Der weitere Abend war noch durch eine geniale Idee gezeichnet, die Martin, Ruben und mir in der Busfahrt zurueck einfiel: Wir gruendeten eine badisch-schwaebische Allianz mit dem Ziel moeglichst viel Unsinn zu verbreiten und besiegelten das sofort mit unserer ersten Gremiumssitzung. Ueber 7 Beschluesse stimmten wir ab, ueber einen davon sogar per Geheimwahl, da es um das Recht der Frau ging und wir durch die anwesende Weiblichkeit unsere demokratische Objektivitaet bedroht sahen. Aus dem Beschluss ging uebrigens hervor, dass Frauen Anwesenheitsrecht, Rederecht aber kein Stimmrecht hatten. Eine weitere Revolution sahen wir in dem Beschluss des Veto-Vetos, dass uns drei Oberhaeupter berechtigte, ein nicht verabschiedeten Beschluss des Raat der Siebens (Legislative) , doch noch in Kraft zu setzen.
Hier noch einige historische Bilder, die die historische Zusammenkunft und Vereinigung zweier Voelker bestaetigt. Wer will darf mit einer mindestens zwei minuetigen Rede der Allianz unter Zustimmung der drei Oberhaeupter eintreten.





Das wars dann auch schon wieder, ich hoffe ich konnte euch das Gefuehl ueber ein gelungenes Wochenende vermitteln, das es zweifelsohne auch war. Obwohl ich davon ausgehe, dass jede Immitaion Scheisse ist, es sei denn das Original ist so schlecht, dass jegliche Kopie durch die menschliche Grundkompetenzen, die dem urspruenglichen Erschaffer demnach fehlten, verbessert wird, fuehlte ich mich fast zuhause und hatte viel Freude an den Bemuehungen der Brasilianer. Dank geht an die Leute in Blumenau, die uns so herzlich verpflegt und aufgenommen haben!

Wir sehn uns!
Simon







p.s. Die Bilder stammen nicht aus meiner Kamera, sondern sind mit freundlichem Einverlaub von Benjamin gesponsort worden :)

Mittwoch, 17. Oktober 2007

I had a bad day!

NOT!
Um es mit 2 zusammengesetzen Woertern zu sagen: Der Tag war arschgeil!
Angefangen hat alles beim Fruehstueck. Die mittlerweile standartisierte Erdbeermarmelade wurde zum ersten mal durch gekochte Eier ersetzt! Zwar nur Eines pro Person, aber ich hatte die Rechnung nicht ohne Gott gemacht, der den Hunger 2er mir gewogenen Internos versiegen lies und mir dadurch 3 Eier unterm Weihnachtsbaum bescherte. Fantastisch! Als ich nach drausen schaue erblickten meine Augen einen wunderbar blauen Himmel, kombiniert mit einer perfekten Temperatur. Nach den 5 Tagen Dauerregen ein wahres Wunder!
Der naechste beeindruckende Shock war meine ungezuegelte Lernlust heute! Ich habe doch tatsaechlich 2 Lektionen auf einmal durchgemacht, ohne auch nur einmal meine BMX-Zeitschriften aufgeschlagen zu haben. Dadurch hat sich mir eine voellig neue Welt des Portugiesischen aufgetan und ich habe dann doch prompt auch noch meinen ersten Gedankengang in Portugiesisch vollfuehrt! Automatisch und ohne zu Denken natuerlich. Weiter gings beim Erdbeeren Sortieren. Ich habe grad mal so nebenbei eine neue etwas schoenere Variante des Erdbeerstapelns entdeckt und gleich reformiert. Props (=Teeniesch; Beifallsbekundungen) gabs von ganz oben, was mir den absoluten Kick fuer den Tag verschaffte. Vielleicht lag es daran, dass ich deswegen so zufrieden war, aber ich habe mich wohl noch nie so blendend mit den Internos verstanden. Das war fast, als wuerde ich sie schon Jahre kennen und deswegen haben mir auch 3 gesagt, dass sie mich echt super leiden koennen. Dazu kommt dann auch noch die Erste richtig hammergute grobe Rauecherbratwurst, die es zum Mittagessen gab. Die Kroenung der ganzen Sache war dann wohl auch noch der Spruch meines Vorgesetzten beim nachmittaglichen Erdbeersrtieren:"Lief ja echt gut heute, du darfst 15 min frueher aufhoeren!" Wie bitte?! Sofort das BMX gepackt und auf zum Skatepark, den, durch die Zeitumstellung nun um eine Stunde laengeren Tag denkbar wuerdig auszunutzen. Und wie es der Tag schon vorraussagte war die Session der absolute Hammer. 3 (!!!!!) neue Tricks sind seit heute in meinem Repertoire und das sogar mit einer Sicherheit, als haette ich sie schon Jahre gemacht. Achtung jetzt wirds jugendlich: Ein langsamer kontrollierter Nosemanual ueber ein schoen langes Table, Tiregrab 180° in einer 45° Bank und zum kroehnenden Abschluss ein Footjam-Nosepick mit Seatgrab an jedem beliebigen Obstacle.
Und wie es der Zufall so will bin ich sogar noch so frueh zurueck, dass ich noch mitbekommen, wie Pizzas bestellt werden und ich mich noch einklinken kann.
Das war dann einfach zu viel fuer mich und ich musste mich einfach sofort hier hinsetzen und euch mal schreiben, wie absolut perfekt dieser Tag in Brasilien fuer mich lief. Heute hatte Gott wirklich eine segnende Hand ueber mich gehalten und ich bin jedem dankbar, der heute auch nur ein Stosgebet losgeworden ist. Wie ihr seht hat es praechitg funktioniert :)

Wer das hier irgendwie sinnlos findet, dem kann ich eigentlich nur beistimmen, aber so ist das nun mal. Ich fuer meinen Teil werd jetzt mal los meine Pizza essen. Die kam natuerlich perfekt zum Schluss und deswegen bleibt auch keine Zeit fuer ein 2. Durchlesen. Ich hoffe meine Deutschlehrer haben mich gut ausgebildet :)

bis denne dann

euer Simon

Freitag, 5. Oktober 2007

Out of my life, Out of my mind...

"Sieht nicht gut aus!" meint der Deutsche Verstaendiger im Klinikum. "Wie sie sehen, haben sie eine massive Fraktur des Humerus erlitten." Er zeigt mir einen Haufen weiser Splitter auf dem Roentgenbild, die einmal mein rechter Ellenbogen gewesen sein sollen. Auf die Frage, wie lange die Heilung dauern wird bekommen ich eine viel zu lange Zeitspanne von 6-8 Monaten mitgeteilt. Ok, der 180° die 8 Stufen runter war vielleicht mit etwas zu viel Idealismus behaftet und die Entscheidung nach halber Drehung vom Rad abzusteigen auch nicht unbedingt intelligent, aber 6-8 Monate und die Aussicht darauf, meinen Arm nie wieder gescheit bewegen zu koennen sind einfach zu hart! Genau in diesem Moment habe ich mich gefragt, warum Gott gerade mir so etwas zumuten muss!
Ploetzlich reisst mich das nervige Klingeln meines Billig-Weckers aus dem Schlaf. Eine Nacht ist immer dann zu kurz, wenn dich eine andere Uhr als deine biologische weckt, und mit diesem Gedanken schaele ich mich, und so kommt es mir vor, aus der Geborgenheit eines Mutterleibs und mache mich, nicht ohne nochmal auf Kathis Baeren zu sabbern, muede auf den Weg ins Bad. Ein kurzer Blick in den Spiegel teilt mir mit, dass mein 18 Tage-Bart mittlerweile verdammt scheisse aussieht, aber als ich ans Rasieren denke kommt auf einmal ein Gefuehl in mir hoch, dass ich in dieser Intensitaet nur aus den 5 Minutenpausen vor Geschichte kenne: Null Bock! Aber da mich Gott mit einem freien Willen gesegnet hat und auch sonst keine Rendevouz anstehen, verschiebe ich die Sache mit einem, nicht ganz ehrlich gemeinten "Morgen kannst du das immer noch machen". Als ich mich entkleide streift mein Blick die Toilette und eine Vorfreude wie an Weihnachten durchzuckt mein noch schlaftrunkenes Gehirn. Aber angesichts des ziemlich kleinen Zeitfensters von maximal 10 Minuten, das wenig Raum fuer Gemuetlichkeiten laesst, beherzige ich Benis Lieblingsspruch "Der Morgenschiss kommt ganz gewiss und wenn es erst am abend is!" und vertage auch diese Sache erst mal.
Frisch geduscht geht es dann in die verschwitzen Arbeitsklamotten von gestern und mit denen dann zum Fruehstueck. Heizungen sind in Brasilien Luxusware und infolgedessen ist es am Fruehstueck noch ziemlich kalt, was mich dazu zwingt mit meiner Jackwolfskin Jacke zu posen. An dieser Stelle mal ein Lob an meine Intelligenz, die es mir ermoeglichte das Abi ohne grosen Aufwand zu bestehen, was dann wiederum meine Eltern dazu veranlasste mir eben diese Jacke zu kaufen. Wie jeden morgen gibt es auch heuten wieder selbst gemachte Erbeermarmelade zu unglaublich suesem Kaffe. Aber da mir Kaffe noch nie geschmeckt hat, macht mir der hohe Zuckergehalt einer Tasse Kaffe, der etwa dem Salzgehalt des toten Meeres entpricht, ueberhaupt nichts aus und so pfeife ich jeden morgen auf alles was mit Testosteron zusammenhaengt durch den Genuss einer Tasse brasilianischen Kaffes. Und wer kennt uebrigens meine heimliche Liebe zu Marmelade schon? Niemand? Die ist so heimlich die kenne noch nicht mal ich!
Danach gehts dann zur Reunião (Besprechung) in der die Weichen fuer den Tag gestellt werden. Ihr denkt richtig, wenn ihr denkt, dass ich da wenig bewirke, weil ich so gut wie nichts verstehe aber trotz allem sind wir jeden morgen dabei und hoeren uns 1 Stunde Portugiesisch an. Und auch wenn die beiden deutschen Freiwilligen auf dem Bild interresiert wirken: Glaubt mir sie sind es aus den selben Gruenden wie ich eher weniger. Die Zeit bis zum Mittagessen zeichnet sich wieder, wie erwartet durch beisende Langeweile aus, da Lernen angesagt ist. Deswegen schmeise ich auch nach der 4. Vokabelkarte das Handtuch um mich auf den Weg zu machen, den Internos ein wenig unter die Arme zu greifen. Und ja lerning by doing funktioniert bei mir bedeutend besser! Heute entscheide ich mich bei der Montage der neuen Schraenke mitzuhelfen. Ich setze die erste Schraube an und drehe sie so bombenfest, dass der Pressspan die weise Fahne schwenkt und nachgibt. Naja, dumm gelaufen, aber ein Loch im Schrank hat noch keinem geschadet. Ab jetzt halte ich die Platten, waehrend Daniel schraubt. Arbeitsklima nach wie vor TOP!
Gerade, als wir den ersten Schrank beenden klingelt schon die Essensglocke zum Mittagsessen! Wie immer gibt es Reis, Bohnen und noch ein bischen Fleisch. "Repetitiae non placent" kennt der Brasilianer nicht und er hat gegenueber den alten Lateinern sogar recht! Bohnen und Reis schmecken einfach gut und tun auch nach 5 Wochen noch ihren Dienst. Nach dem Essen wird erst mal Fiesta gehalten und ich nehme mir 15 Minuten um mir ganz gemuetlich eine Stange Humus aus dem Kreuz zu pressen. Spass hats gemacht und mit diesem Gedanken falle ich erst einmal in einen Powernap von 80 Minuten um wieder puenktlich zum Arbeitsbeginn aufzuwachen. Kuz vorher begebe ich mich nochmal in die Kueche um mich ein wenig nuetzlich zu machen. Rahul wischt den Boden, Newton bemueht sich um ein sauberes Geschirr und ich feature alles mit dummen Spruechen um die Arbeitsmoral aufrecht zu erhalten. Danach bastell ich mit Julian weiter an den Schraenken rum. Spass machts alle mal und um 5 Uhr sind sogar die Tueren drin! Das warten bis aufs Essen um 7 Uhr vertreibt man sich hier meistens durch Zusammensitzen, Tischfussbal spielen (ich geh in letzter Zeir uebrigens uebel ab) oder andere Spaesse. Manche Deutsche versuchen sich sogar am hausinternen Fitnessstudio, fuer das ich mich natuerlich nicht begeistern kann und deswegen entscheide ich mich wie fast jeden Abend fuer Chillen. Diese Zeit ist wohl auch der Grund, warum wir Deutschen ueberhaupt hier sind. Denn naemlich genau in dieser Chilloutzeit werden die meisten Fragen zu unserem Dienst und vor allem auch zu unserem Glauben gestellt. Und da es mit der Sprache schon langsam bergauf geht koennen wir uns gut in die Gespraeche einklinken und unsere Nachricht unters Volk mischen. Nach dem Essen gibt es an manchen Tagen dann noch einen Film aber heute ist ziemlich tote Hose. Die Internos haben dann um 8 Uhr immer einen Programmteil, an dem wir Deutschen nicht teilnehmen und je nach Lust und Laune wird dann der Abend gestaltet, bis dann jeder in sein wohlverdientes Bettchen geht und wieder irgendwas schraeges traeumt.
Boa noite persoas!














Das war mal ein Einblick in meinen Lieblingstag: Alltag. Einige Leute wollten mehr von meinem "normalen" Leben erfahren, deshalb dieser Post. Die Folge davon ist, dass ich nun den Entschluss gefasst habe mich zu rasieren. Die Bilder sind ja mal echt hardcore o.O

bis denne dann mal

*Cheers*


p.s. Die kleine Tochter eines Besuchers hier fand ich so cool, dass ich ihr den ersten Schritt zu Ruhm, Ehre und Ansehen abnehmen wollte :)

Samstag, 22. September 2007

The Crowd goes bouncing

Lange habe ich nun schon nichts mehr von mir hoeren lassen, aber gestern hat sich ein Grund ergeben:
Auf einmal stapften ein Haufen Jugendlicher mit Gitarren, Bongos, Mundharmonikas und allem moeglichem erdenklichen Worshipmaterial in unsere Einrichtung. Außer Benjamin und mir war wohl niemand wirklich verbluefft, was natuerlich an unseren mangelnden Portugiesisch Kenntnissen lag, die wir fuer die Ansprache am Fruehstueck gebraucht haetten. Aber egal wir sind ja spontan und ließen einfach mal auf uns zukommen, was wir eh nicht aendern konnten. (Nicht, dass wir das wollten)

Die Fremden:



Wir schlugen uns mit unserem Portugiesisch dann soweit durch um den Grund fuer den Aufmarsch dieser etwa 20 Jugendlichen zu erfahren. Erst mal waren das keine wirklichen Jugendlichen, da alle ein Baujahr von 85 oder niedriger hatten. Des weiteren kam die Meute direkt von einer Kirche aus Curitiba und wollten sich einmal ein Leben hier in Cerene ansehen bzw. einen Gottesdienst abhalten und uns bekochen.
Los ging es mit einem Gottesdienst im Freien. Ob er gut war kann ich leider nicht so ganz beurteilen, da ich nur Bahnhof verstanden habe, was mir aber gut gefallen hat, dass ein paar Internos echt beruehrt wurden und beim Worshipen ordentlich abgegangen sind. Bei der Predigt ging es wohl um Besitz und den Stellenwert, den materielle Dinge in unserem Leben spielen, da das beruehmte "Ich gehe auf eine Insel und nehme 10 Dinge mit"-Spiel gespielt wurde. Danach wurden immer eines nach dem anderen weggestrichen und ganz am Ende musste dann meine zukuenftige Frau meinem Fahhrad weichen. Naja live´s hard.



Danach gab es dann noch Kaffe und Kuchen und ich haette das auch gar nicht erwaehnt, wenn es nicht mein erster Kuchen seit ich hier bin gewesen waere. Wohooo! Aber noch nicht genug! Es gab auch meine erste Wurststulle =D Dafuer gibts ein Foto, Daumen und Mad Props an die Leute aus Curitiba:



Geld umtauschen war ich dann auch noch, und ich konnte es mir einfach nicht nehmen lassen mich ueber das Bling-Bling shizzle dizzle Westside Proletariat lustig zu machen.

Das wars dann auch schon wieder von mir, Danke fuers reinschauen und lesen.

Freitag, 14. September 2007

Szene Check, Fo´ Shizzle!

Im Prinzip total unwichtig, fuer Erwaschsene vermutlich unverstaendlich aber dennoch Grund zur groesten Freude fuer mich:

Der Park in den es mich hier verschleppt hat ist, gelinde gesagt, einfach der Hammer! Banks ou masse, Rails, Curbs, Qarters, Hips, Transistions und das in einer Hoehe, die Langzeitspass verspricht. Ich hab trotz meines Stammel-Portugieisch sofort Anschluss gefunden und wurde dann stolz zu jeder noch so winzigen Bank in Lapa gefuehrt, und das mit einer 30 Mann Eskorte (ohne Scheiss). Street-maesig geht hier auch echt einiges und jetzt der absolute Hammer: Eine Dirtline gibt es auch! Zwar etwas ueberschaubar mit 3 Doubles aber trotzdem eine schoene Hoehe.
Die Szene setzt sich witzigerweise ueberwiegend aus Bulls und Fisherprice BMXern zusammen, die aber trotz ihrer endlos knarrenden Raeder ganz anschauliche Dinge zaubern, die ich in Deutschland so noch nie gesehen habe. Oder hat einer von euch schon mal ein 6er Stair mit einem 8-teiligen Lenker, "GTS-Extreme Fun&Action" Felgen und 0,8 Bar gemacht? Auch die Set-Ups der Bikes sind etwas anders als ich es aus Germanien kenne: Pegs gibt es hier weniger als ich jemals Fuffis in da Club geschmissen habe, dafuer aber mehr Bremsen und Lenkerteile an jedem Rad wie Julian Haare auf der Brust hat. Die Leute hier fahren wirklich mit viel Spass und ich bin sehr dankbar dafuer, dass alles was man so zum Leben braucht praktisch direkt vor meiner Haustuer liegt.
Bilder von den Spots gibts, auf Grund meiner Skepsis gegenueber einigen Hooded-Gangstern wohl erst in ein paar Monaten.

Ich wollte euch nicht ueberstrapazieren und noch ein 2. Thema anschneiden, also mache ich hier erst mal Schluss und trenne somit ganz sachlich zwischen sinnvoll und sinnfrei.

Ein Grus von meinem Mitfreiwilligen Benjamin, der gerade Fussballspielen ist. Ja ihr habts erraten: Meine Fussballbegeisterung war nur von sehr kurzer Dauer ;)

Bis dann

Simon

Samstag, 1. September 2007

Gime´ some Beans, man!

Gelandet!

Ich bin da! Im fuenft-groesten (an das fehlen von ue und sz muss ich mich erst gewoehnen) Staat der Erde, dem Haupexporteuer von Kaffe und Zucker und Herkunftsland einiger top Fussballer. Der Flug war wider erwarten sehr unterhaltsam, was nicht zuletzt an 2 Mitfreiwilligen lag, die durch Zufall genau meinen Humor besasen. Beispieldialog am Flughafen:

"So, und jetzt?"
"Hae?"
"Ja wo jetzt hin?"
"Ahso, ja was stehtn da?"
"Ja AF"
"Ja dann nach da vorne, oder?"
"Keine Ahnung, mal kucken"
"Ne hier is TAM"
"Und ein McDonalds"
"Ahso, ja dann erst mal essen!"

Gut angekommen sind wir aber auf jeden Fall, auch wenn durch ein Missverstaendiss unser Gepaeck zuerst in Sao Paulo gelandet ist und wir in Curitiba standen, konnten wir uns trotz allem am Samstag schon wieder neue Unterhosen anziehen. Am Flughafen habe ich dann noch meinen 2. Überraschungsmitbewohner, den Benjamin getroffen. Er macht hier ein FSJ mit der Organisation AEM und ist alles in allem seeehr cool! Zusammen bestiegen wir dann ein etwas putziges Auto und genehmigten uns unsere erste Fahrt auf brasilianischen Straßen, die wie erwartet einige deutschuntypische Verkehrsregeln offenbarte. Zum Beispiel herrscht hier Linksverkehr! Warscheinlich um bei rechts vor links Kreuzungen nicht extra anhalten zu müssen (Ideallinie ist ebenfalls Pflicht). Des weiteren ist Anschnallen verboten und wird mittels der Autoindustrie durch permanent klemmende Gurte auf allen Sitzen gekonnt verhindert. 40er Schilder bedeuten hier kontinuierliche 120 und beim Überholen auf der Autobahn wird stets eine Genauigkeit gewahrt, wie ich es sonst beim Einparken gewohnt bin.
Das Essen gestaltet sich unerwartet schmackhaft, abwechslungs- und vor allem Fleischreich obwohl ich so langsam glaube Bohnen und Reis zählen hier als Besteck, da bisher noch keine Mahlzeit ohne diese "Zutaten" serviert wurde. Die Bohnen/Reis Combo ist übrigens ein echter Knaller! Mal sehen wann ich kein Bock mehr da drauf hab ;)
Die Internos (Patienten) haben uns beiden Deutschen unheimlich lieb und nett begrüßt. Ich war beeindruckt wie schnell das ging sich in einer Kultur deren Sprache man nicht einmal ansatzweiße beherrscht so schnell neue Freunde zu machen. Natürlich waren alle dann auf einmal ganz heiß darauf ihre Fotos von Familie und Freunden zu zeigen. Und nach ca. 4 Führungen über den Hof hatte uns dann auch wohl jeder seine Arbeitsstelle stolz präsentiert und wir konnten unser 4x3 Meter Zimmer beziehen.
Mit der Sprache komme ich im Moment so mais e minus zurecht, aber da Benjamin vorher etwas fleißiger war als ich kann er mir das ein oder andere Wort sagen und vor allem die Grammatik erklären. Zu meiner Entschuldigung: er hatte Französisch, was ziemlich viele Gemeinsamkeiten mit Portugiesisch hat, und somit einen gemeinen Vorteil.
Die Arbeit hier ist unglaublich chillig und vor allem dieses aufgabenorientierte Arbeiten ist sehr angenehm. Wer fertig ist, ist eben fertig und geht etwas anderes machen auch wenn noch eine halbe Stunde effektive Arbeitszeit gewesen wäre. Von Erdbeeren pflücken bis Abwasserkanäle aufbuddeln wurde alles schon mal gemacht, obwohl der Salat den wir vor 2 Tagen umgepflanzt haben heute mittag leider sehr tod wirkte :/ Zur Info: Hier wäscht man sich seine Hände nach dem Arbeiten nicht in Unschuld sondern in einem Mix aus Wasser, Phosphor(Wenn ich richtig verstanden habe) und Kuhpisse. Voll geil, ich freue mich rießig!
Dafür ist mein Stuhl immer noch hart wie Kruppstahl und auch sonst bin ich bis jetzt von jeder Art von Krankheit verschont geblieben.
Noch ein paar (Übungs)-Impressionen aus meinen ersten 7 Tagen:



Gerade heute habe ich erfahren, dass gerade ein paar Meter weiter ein Skatepark ist!!=D Morgen wird gleich mal ausgecheckt ob da was geht.

Vielen Dank hier mal an alle, die so fleißig lesen! Die Kommentare tun echt sehr gut =)

Bis zum nächsten mal dann!

Euer Simon

P.S. Ich habe jetzt eine neue Frisur, verkehre mit Flip-Flops und stehe auf Fussball --> Brazil tightens You!

Mittwoch, 29. August 2007

Time to say Goodbye

Etwa 24 Stunden ist es her, als die ersten 4 grinsenden Gesichter an meiner Tür klingelten um mit mir meinen Abschiedsabend zu feiern. Beeindruckenderweiße war fast jeder pünktlich um 8 Uhr bei mir eingetrudelt sogar die Fraktion aus Durmersheim ;) Zu essen gab es knapp 20 kilo Fleisch und 10 Baguette, das wider Erwarten fast komplett vernichtet wurde, und das mit 25 Leuten! Wie genau das ging und wer das zu verantworten hat ist mir bis jetzt nicht bekannt und wird sich wohl auch noch sehr lange meiner Kenntniss entziehen.
Eingeladen waren meine engsten und besten Freunde aus den verschiedensten Kreisen. Von Bmxern, über alte Schulkameraden, zu Tanzkurslern, vorbei an Nerdbekanntschaften, tangierend am Jugendkreis und bis hin zu Hooded Gangstern aus der Siedlung war alles vertreten, was mir in meinem Ach so kurzen Leben viel bedeutet hat. All diesen ganz besonderen Leuten wollte ich noch ganz persönlich auf Wiedersehen sagen und ich muss sagen es war einfach nur schön euch alle nochmal auf einem Haufen zu haben. Es hat mir echt viel bedeutet und jetzt gehe ich auch mit dem Gefühl jeden noch einmal umarmt zu haben.

Nochmal ein fettes fettes Danke an alle die da waren, auch für die wirklich wunderbar persönlichen und berührenden Geschenke und vor allem auch an den überraus großzügigen Sponsor "Parents-GmbH".

Noch ein paar Eindrücke aus meiner 2 Tage alten Eos 350D (click it):




Wie schon hundert mal gesagt: 18 Monate hören sich viel kürzer als 1 1/2 Jahre an! Wir sehn uns dann also alle wieder bei meiner Comeback-Party in 18 Monaten :)

Ich liebe euch Leute!

cheers Simon