Sonne und Bikinis. Dazu kam alles weitere, was das Hawai-Herz begehrt: Kokosnuss mit Strohhalm! Fett, Fett dachte ich mir, als ich das erste mal an meiner Kokosnuss nukelte und meine Augen über die gechillte Strandatmosphäre schweifen ließ. Es war nämlich schon Freitag Abend, als ich in Bombinhas, meinem auserkohrenen Urlaubsort, eintraf und es bot sich mir ein schöner, lauwarmer Sonnenuntergang. Die Idee zu diesem Ausflug kam aus Cerené Sao Bento do Sul und neben Chef und Frau erwarteten mich auch noch 2 Freiwillige von dort: Timo und Thomas. Aber erst mal heim in die Pausada, Feuer mit Kohle, einem halben Liter Alkohol und nur 1 Streicholz machen und Grillen! Aber auf die brasilianische Art: Man nennt das Schorasko und schreibt es vermutlich völlig anders, aber es geht auf jeden Fall darum möglichst viel Fleisch ohne störende Beilagen, wie Gurkensalat oder Grilltomaten, zu vernichten. Da spiel ich natürlich gerne mit und auch wenn irgendwann der Hysterietrend „Hautkrebs vom Sonnenbrand“ zu „Diabetis von zu viel Fleischgenuss“ umschwingen sollte, werde ich genau das selbe machen, was ich im Moment mit den Gedanken zum Hautkrebs mache: Nicht beachten! Im Verlaufe des Abends kam dann die Idee auf, sich in eine gechillte Palmenbar in Bombinhas zu setzen und mit Hawaiketten um den Hals einfach mal den Süden genießen. Die Gruppe bestand am Ende dann leider nur noch aus Thomas und mir, was aber natürlich kein Grund war sich nicht noch um halb elf auf den Weg in e
in unbekanntes Gebiet zu machen. Und der Abend wurde wohl das Assigste was ich so erlebt habe :/ Wir liefen erst einmal 2 Stunden in eine uns unbekannte Richtung, bis wir irgendwann irgendwo rauskamen, wo es a) keine erhoffte Strandbar und b) nicht mal Taxis gab. Das war hart! Unsere Idee wurde also schnell von Strandbar zu Strandhotel umgemoddelt, aber nicht mal das war uns möglich. Witziger weiße kamen wir dann mit einem Drogensüchtigen ins Gespräch, indem er uns nach etwas zu Rauchen fragte. Wir erzählten ihm von Cerené und unserer Arbeit dort und es entwickelte sich ein wirklich gutes Gespräch über Gott und gegen Drogen. Ich hatte auch echt das Gefühl, dass er von unserer Sache sehr angetan war und vielleicht läuft ihm eines Tages ein anderer über den Weg, der beendet, was wir in ihm angestoßen haben. Er hat uns dann auch noch durch die hießigen Favellas geführt und uns wieder dahin zurück gebracht, wo wir uns wieder auskannten. Richtig, wir hatten uns nämlich total verlaufen :/ Aber dafür waren wir auch schon wieder um halb fünf zurück, nicht zuletzt, weil uns kein Auto mitnehmen wollte, obwohl wir doch gar nicht so Aussehen, als wären wir im Stande eine Schusswaffe richtig herum zu halten, oder? Ein sechs stündiger Fußmarsch lag nun hinter uns und nichts was wir erreichen wollten ist uns geglückt. Aber im Hinblick auf den Drogensüchtigen kann ich dem Satz „Die Wege des Herrn sind unergründlich“ auch noch den Zusatz „und manchmal verdammt weit“ hinzufügen. Ich bin davon überzeugt, dass die Idee an diesem Abend wo ganz anders, sehr weit oben gesponnen wurde. Haltet mich nun für verrückt aber das gibt dem allen irgendwie die Bestätigung :)An Weihnachten war alles anders und trotzdem das selbe. Komisch, wie das ein und das selbe Fest, das jedes Jahr von fast jedem Menschen auf dieser Erde gefeiert wird, völlig anders ist, wenn du nicht in deiner gewohnten Umgebung bist. Nur mal so: Für mich war dieses Jahr eigentlich kein Weihnachten und ich muss sagen, das ich das sehr schade fand. Vor allem auch enttäuschend, weil ich immer davon ausging, dass ich an Weihnachten eben nicht nur auf das ganze Brimborium drum herum geachtet habe sondern mich auf das besonnen habe, um was es eigentlich geht. Aber dann erlebe ich Weihnachten in seiner Urform, nämlich als einen völlig normalen Tag mit gegrilltem Hühnchen und merke, dass mir wohl doch immer viel mehr an dem ganzen unwichtigen Zirkus gelegen hat. In amerikanischen Filmen heisst es, Weihnachten ist das Fest der Familie. Die hat ganz gewiss gefehlt aber nicht mal das sollte ablenken von dem fundamentalsten Tag in der Geschichte der Menschheit. Dieses Besinnen, von dem jedes Mal in jeder Kirche an Weihnachten gepredigt wird, habe ich meines Erachtens wohl immer zu wenig wahrgenommen. Vielleicht lag es daran, dass ich Weihnachten eben nur mit Geschenken, Tannenbaum und „Oh du fröhliche“ kenne, aber sollte man als Christ nicht, oder gerade als Christ, über den Tellerrand des Kommerzweihnachtens hinausschauen können um einfach mal nur einen Blick auf den kleinen Knirps in der Grippe zu werfen, dessen Geburt der Grund für den ganzen Weihnachtsglamour ist? Enttäuschend und interessant würde ich diese Erfahrung bezeichnen und zum Glück habe ich nochmal eine Chance im nächsten Jahr :)
Das wars dann auch schon wieder und Entschuldigung, dass ich diesmal solange auf mich habe warten lassen. Ich hatte viel zu tun und....
naja glaubt mir ja eh kein Mensch ;)
Frohes Fest und einen guten Rutsch!

