Freitag, 27. Juni 2008

Jugend forscht: Rennen Hühner wirklich ohne Kopf?

Hier bei Cerené gibt es ja so einiges an Getier. Von 3 Schweinen, über einen kastrierten Ochsen zu Fischen, endend bei etwa 50 Hühnern. In letzter Zeit kam es immer häufiger vor, dass der männliche Part dieser Sippschaft meinte, sich als großen Zambalo aufzuspielen und die armen Hennen zu pisacken. Ich fand das als großer Feind der Emanzipation eigentlich erst mal witzig. Achwas Spaaaas. Jedenfalls wurde beschlossen, den männlichen Überfluss von 14 auf 3 Hähne zu reduzieren und somit wurden die Messer gewetzt, die Säcke bereitgestellt und ein Interno zum Metzger befördert. Als, von Killerspielen geschädigter Jugendliche, war ich natürlich von der ersten Sekunde an begeistert und gesellte mich zum blutgeifernden Psychomob. Da ich so etwas noch nie gemacht hatte, wollte ich als erster demonstrieren, was ich aus der 7.Klasse Bio noch behalten hatte. Somit banden wir den Hals eines Hahnes ab, man will ja jede Sauerei vermeiden und ich machte mich daran den Hahn mit einem Messer zu köpfen. Bis ich merkte, dass man mit diesem Messer wohl nicht einmal einen Smiley in ein Stück Butter ritzen konnte, war der Hahn schon in Ohnmacht gefallen und weilte somit dem durchaus amüsanteren Rest nicht mehr bei. Und Frau Weiner hatte Recht! Die rennen wirklich noch knapp eine Minute durch die Gegend. Wir mussten dem aber ein jähes Ende bereiten, da der Hahn gleich beim ersten Versuch in unsere Feuerstelle rannte und sich zweifelsohne lebensgefährliche Verbrennungen zugezogen hätte, hätten wir ihn nicht auf der Stelle verwurstet.
Ich wollte eigentlich auch noch einem weiteren Hahn modebewusst den Hals verlängern, aber ALTER war das ein Geholze. Es blieb leider bei der einen einsamen Kerbe auf meinem Bettkasten aber ich bin mir nun sicher, dass jeder Genickbruch von BruceLee, Schwarzenegger oder einfach jedem Profikiller in Bild und Ton, auf Spezialeffekten beruht. Wie auch immer, vor dem Zeitalter der Fastfood Industrie war so etwas Gang und Gebe und die Nugget-Wings soll es dieses Wochenende geben. Bibeltechnisch gesehen, haben nach Prediger 3,21-22 auch Tiere eine Seele und da vom Sündenfall nur die Menschen betroffen sind (außer vielleicht die Schlange, aber vielleicht war das auch symbolisch gemeint und es bezieht sich auf alle Reptilienarten), werde ich mich sicher irgendwann für meine Unfähigkeit entschuldigen können.

Außerdem habe ich mir nun vorgenommen meine Blog wieder aktueller zu halten. Ich hab wieder Spass daran gefunden, mal sehen, wie lange es hält :)

Montag, 23. Juni 2008

Rad für die Welt!

Diesmal in einer anderen Sache:

Bis auf einige wenige hat es wohl niemand mitbekommen. Aber mein Chef kam vor ein paar Tagen mit dem Wunsch auf, hier in Cerené ein paar Erdhügel zu errichten. Natürlich zur sportlichen Extremertüchtigung auf therapeutischer Basis! Was ich damit meine ist: Hügel um mit dem Fahrrad drüber zu hopsen. Wie sich der Otto-Normalverdiener denken kann, sind Fahrräder teuer. Zu teuer um sie für den Langzeitgebrauch standhaft zu machen und natürlich viel zu teuer für eine brasilianische Drogenklinik. Mir kam deswegen die Idee, sich an die deutsche BMX-Szene zu wenden und nach alten, nicht mehr gebrauchten, aber trotzdem brauchbaren Teilen zu fragen. 2 komplette Räder sind entstanden und es fehlen nur noch 2 Paar Griffe, 2 Paar Barends und 1 Bremshebel. Dafür aber waren ein Rahmen, eine Kurbel, ein Vorbau, eine Gabel und ein Lenker übrig, denen ich absagen musste. Wer also noch etwas dazutun will, darf sich gerne melden und vielleicht springt noch ein 3. Rad :) Ich war überrascht, wie gebefreundlich der Rawdog von heute ist und das ohne eine Portorückerstattung! Aber damit wären wir auch schon beim Haken der Geschichte. Das Porto von mir nach Brasilien, das wir brauchen um alles gesammelt loszuschicken, kostet natürlich auch sein Geld, das selbstverständlich fehlt. Deswegen wollte ich mich nun an euch wenden und fragen ob ihr nicht vielleicht einen 5er zuviel in der Geldbörse habt? Es ist wirklich gut sich ab und zu mal auszutoben und man glaubt gar nicht, wie oft sich hier geprügelt wird. Ein Splitterbruch im unterem Armgelenk schafft dem wohl Abhilfe ;) Aber ohne Scherz, es gibt in meinen Augen im Moment fast nichts sinnvolleres, als diesen Menschen eine Bombenfreizeitaktivität zu schenken. Außer Tischtennis, Schach und einmal Fussball pro Woche gibt es leider gar nichts. 164 Euro würde eine Warensendung von 40 Kilo kosten, wobei ich noch nicht exakt weiß, was alles wiegt. Aber 30 Kilo sind wohl zu optimistisch geschossen.
Ich habe Julian Bletscher als meinen Spendenverwalter für den Bodensee und Umgebung ernannt und alle anderen, die diesen Herrn nicht kennen, nicht dort wohnen oder sonst irgend eine Anlaufstelle für Spenden suchen, wenden sich am besten an meine Mudda. Wenn alles so läuft, wie ich es mir vorstelle, ist in etwa einem Monat die Einweihungssession angesagt. Da gibt es natürlich Bombenfotos und One-Foot Reizüberflutung.

Peez out und danke an alle, die mitgemacht haben oder noch mit dem Gedanken spielen mitzumachen. Glaubt mir, die Leute hier haben es wirklich verdient, einmal eine Freude gemacht zu bekommen :)