Alter! 20 o.O
Wie geht das denn? Kroch ich doch noch vor kurzem in meinen vollgedungten Pampers durch die Wohnung in der Vierlingsstrase. Auch wenn es mir mein, damals nocht nicht faehiges Gehirn, nicht ermoeglicht mich an diese goldenen Stunden zu erinnern, hat es sie trotzdem gegeben. Auch die folgende Zeit, die mich zu dem macht, was ich heute bin, kommt mir jetzt schon so weit entfernt vor. Kindergarten, Grundschule, Gymnasium, AHS und das wars dann schon in meinem Werdegang. Die Zeit vergeht immer schneller und der Haufen an gewonnener Erfahrungen wird immer groeser. Aber trotzdem beschleicht mich ein komisches Gefuehl, wenn ich an die Zahl 20 denke. Viele Vertreter meiner Altersgruppe sind schon erwerbstaetig, andere heiraten bald und ganz vereinzelt ist schon das erste Kind auf dem Marsch ins Leben. Der Kram fuer Erwachsene eben...
Aber halt! Ich gehoere da jetzt ja auch dazu! Ich bin nun Teil der "Jetzt wird es richtig ernst"-Generation, die die Zukunft in ihren Haenden haelt, und ich fuehle mich noch so weit davon entfernt. Oder zerstoert ein verantwortungsbewusster Familienvater mit BMX seine Kniescheiben? Steht er vielleicht auf das Wort Shizzle-Dizzle und will Kinder, weil er Umstandskleidung so witzig findet? Ist es ihm vergoennt, noch einmal richtig derbe auf die Kacke zu hauen? Und die grose Frage nach dem, was ich die ganze Zeit geleistet habe umkreist mich immer enger. Wenn ich resuemiere, bleibt eigentlich nur ein schlechtes Abitur und viele seltsame Aktionen.
Ich gehe die Liste dieser Aktionen im Geiste noch einmal durch und muss anfangen zu lachen:
Im Bordell erste Missionsversuche starten, 4-Sterne-Designer Hotel in Oesterreich 3 Tage lang shocken, eine Woche lang waehrend der Schulzeit bis 5 Uhr am Rechner nerden, Auto kaputt fahren und durch Papis Versicherung Gewinn machen, halbnackt mit Julian vom Entenfang bis zu mir nach Hause laufen, nach dem Roadtrip nach Stuttgart den Zug mit unseren Socken geruchlich crashen, die 2l-Kaffe-anstatt-Alkohol-Zeit, Maenner Abende mit Assi-Toni-Trendwave, mit den 8 Maedels aus dem Dominicus allein durch die Karlsruher Bars ziehen, die 36 "alles Gute zum Geburtstag!" Mails die ich heute bekommen habe...
Das ist mein Leben und ich moechte keine Sekunde davon tauschen, sei es fuer das Verstaendis fuer einen verantwortungsvollen Umgang mit meinem Koerper oder die Motivation als Politiker die Welt veraendern. Jeder hat, was er haben soll und erlebt, was er erleben soll! Hauptsache man vergisst dabei nicht gluecklich ueber das zu sein, was einem gegeben ist.
Ich fuehle mich mit 20 nun so, als haette ich verstanden, was in 1. Thesalonicher 5,18 steht: "Seid dankbar in allen Dingen, denn das ist der Wille Gottes in Jesus Christus an euch!" Und deswegen freue ich mich nun auch schon auf die naechsten Jahre, bis es wieder heisst "Alles Gute zum naechsten Jahrzent!"
Danke an alle, die mich kennen und damit mein Leben zu dem gemacht haben, was es heute ist: Bockgeil!
Yo´, Fo´ shizzle!
Samstag, 27. Oktober 2007
Montag, 22. Oktober 2007
Roadtrippin´
Weisworscht, Schweinshoaxen und Lebberkaas war fuer uns drei Deutschen Motivation genug, unser, durch den Kindertag verlaengertes Wochenende in Blumenau zu verbringen. Wem jetzt die abstruse Idee kam, wir wuerden uns auf ein Oktoberfest-aehnliches Gebilde in Braslien einlassen, hatte selbstverstaendlich Recht! Wie ja jedes Kind weis war Brasilien ein Kolonialland und auch viele Einwanderer aus Deutschland fanden den Weg hierher. Einer von denen hatte dann wohl, von eben diesem Fest noch einen sitzen und fuehrte ein, was fuer Bayern repraesentativ ist (Autsch!). Da wir alle 3 noch Oktoberfest-jungfrauen waren gab es also kein
e andere Moeglichkeit, als aufzubrechen. Die brasilianischen Busunternehmen hatten es vollbracht uns in knapp 12 Stunden von Lapa nach Blumenau zu bringen, wofuer wir mit dem Auto weniger als 2 gebraucht haetten. Die substanzfressenden 5 Stunden Wartezeit, die wir in Curitiba verbrachten, haetten aber noch leicht mehr werden koennen, wenn der Kontrolleur meinen deutschen Fuehrerschein nicht fuer den benoetigten "Passaporta" gehalten haette und mich mit einem Blick, der keine Ahnung wiederspiegelte, aber Ahnung ausdruecken wollte, passieren lies. In Blumenau selbst nahmen uns Ruben und Daniel, zwei Freiwillige der dortigen Cereneeinheit, in Empfang und nachdem auch noch die anderen Gaeste eingetrudelt waren (Micha, Martin und 4 Maedels, deren Namen ich bis auf Justins vergessen habe) ging es in einem Hippie-VW-T2 schnurstracks ins Bett.
Am naechsten Tag (Freitag) bereiteten wir uns mental auf das bevorstehende Ereigniss vor und unternahmen erst mal eine entspannte Shoppingtour durch Blumenau. Einem von uns kam dann die genial Idee, Ruben, der am naechsten Tag 20 werden sollte, eine Karte zu besorgen und den noch uebrigen Platz fuer Unterschriften, vom Einkaufspersonal signieren zu lassen. Erstaunlicherweise zeigten sich Frauen dem Unterfangen weniger skeptisch gegenueber als Maenner (2:78 fuer die Frauen), was Ruben aber wohl nicht sichtlich stoerte, als wir ihm die Karte Punkt 0 Uhr ueberreichten.
Nachdem ich am naechsten Morgen meinen Schlafrekord in Brasilien von 12:30 Uhr aufgestellt hatte ,und dadurch einige Stunden interressantes Fussball zwischen Internos und Deutschen
verpasst hatte, ging es Schnurstracks mit dem 18 Uhr Bus auf ins Stadtzentrum. An der Bushaltestelle kam uns uebrigens unser erster Affe zu Gesicht und auch wenn das Foto keine Chance auf eine Top-Ten Platzierung der Jahresfotos in Fischer- oder Kleintirezuchtvereinen hat, musste das einfach mal festgehalten werden.
Die traditionellen Landesfarben in blau weis hatte leider keiner von uns erspaehen koennen, dafuer aber eine exorbitante Bierdose mit einem Mindestvolumen von 300 Litern (Erinnert sich jemand an die Bodenseegeschichte?), die, untermalt mit schlechter Schnulzen-Hau-das-Bier-weg- Musik aus dem tiefsten Herzen Bayerns, die Hauptstrase fuer sich beanspruchte. Wenig spaeter sahen wir uns auch schon an der Strase auf der der geplante Umzug stattfinden
sollte. 80 Wagen rollten nun an unseren Augen vorbei, garniert, wie es sich gehoert, mit zuenftigen Madels im Diarndel und laendlicher Blasmusi. Am besten gefallen haben mir wohl der Ezzenwagen, Pizzwagen und allem voran die Banda Original „Donauschwaben“. Da kam eben noch mal richtig Deutsch-Bayrischer Flair auf und uns mitreisend lassend begaben wir uns nach dem Umzug in die beruehmte „Villa Germanica. Ein, wie sich rausstellen sollte, Deutsches Dorf, das den Anschein machte frisch aus dem Disneyland entwendet worden zu sein, um am Oktoberfest-Blumenau tausenden Menschen die Moeglichkeit zu geben, bei Ur-bayrischen Flair, dem Mase zu froehnen. In der festhalle goenne ich mir eine „Specialidade Allemanhia“ um kurz danach festzustellen, dass die Wurst und der Kaese den Begriff Low-Budget Essen neu definierten und mir die vertrocknete Brezel auch keine Abhilfe schaffen konnte. Aber man
wusste sich zu helfen und so bestiegen wir kurzerhand einige Fahrattraktionen und liesen die Amerikaner, mit einem Kampf von Sebastians Maclyte gegen 15m Sturz aus einer Riesenschaukel, beweisen, dass sie wohl doch etwas drauf haben muessen.
Der weitere Abend war noch durch eine geniale Idee gezeichnet, die Martin, Ruben und mir in der Busfahrt zurueck einfiel: Wir gruendeten eine badisch-schwaebische Allianz mit dem Ziel moeglichst viel Unsinn zu verbreiten und besiegelten das sofort mit unserer ersten Gremiumssitzung. Ueber 7 Beschluesse stimmten wir ab, ueber einen davon sogar per Geheimwahl, da es um das Recht der
Frau ging und wir durch die anwesende Weiblichkeit unsere demokratische Objektivitaet bedroht sahen. Aus dem Beschluss ging uebrigens hervor, dass Frauen Anwesenheitsrecht, Rederecht aber kein Stimmrecht hatten. Eine weitere Revolution sahen wir in dem Beschluss des Veto-Vetos, dass uns drei Oberhaeupter berechtigte, ein nicht verabschiedeten Beschluss des Raat der Siebens (Legislative) , doch noch in Kraft zu setzen.
Hier noch einige historische Bilder, die die historische Zusammenkunft und Vereinigung zweier Voelker bestaetigt. Wer will darf mit einer mindestens zwei minuetigen Rede der Allianz unter Zustimmung der drei Oberhaeupter eintreten.



Das wars dann auch schon wieder, ich hoffe ich konnte euch das Gefuehl ueber ein gelungenes Wochenende vermitteln, das es zweifelsohne auch war. Obwohl ich davon ausgehe, dass jede Immitaion Scheisse ist, es sei denn das Original ist so schlecht, dass jegliche Kopie durch die menschliche Grundkompetenzen, die dem urspruenglichen Erschaffer demnach fehlten, verbessert wird, fuehlte ich mich fast zuhause und hatte viel Freude an den Bemuehungen der Brasilianer. Dank geht an die Leute in Blumenau, die uns so herzlich verpflegt und aufgenommen haben!
Wir sehn uns!
Simon
p.s. Die Bilder stammen nicht aus meiner Kamera, sondern sind mit freundlichem Einverlaub von Benjamin gesponsort worden :)
Am naechsten Tag (Freitag) bereiteten wir uns mental auf das bevorstehende Ereigniss vor und unternahmen erst mal eine entspannte Shoppingtour durch Blumenau. Einem von uns kam dann die genial Idee, Ruben, der am naechsten Tag 20 werden sollte, eine Karte zu besorgen und den noch uebrigen Platz fuer Unterschriften, vom Einkaufspersonal signieren zu lassen. Erstaunlicherweise zeigten sich Frauen dem Unterfangen weniger skeptisch gegenueber als Maenner (2:78 fuer die Frauen), was Ruben aber wohl nicht sichtlich stoerte, als wir ihm die Karte Punkt 0 Uhr ueberreichten.
Nachdem ich am naechsten Morgen meinen Schlafrekord in Brasilien von 12:30 Uhr aufgestellt hatte ,und dadurch einige Stunden interressantes Fussball zwischen Internos und Deutschen
Die traditionellen Landesfarben in blau weis hatte leider keiner von uns erspaehen koennen, dafuer aber eine exorbitante Bierdose mit einem Mindestvolumen von 300 Litern (Erinnert sich jemand an die Bodenseegeschichte?), die, untermalt mit schlechter Schnulzen-Hau-das-Bier-weg- Musik aus dem tiefsten Herzen Bayerns, die Hauptstrase fuer sich beanspruchte. Wenig spaeter sahen wir uns auch schon an der Strase auf der der geplante Umzug stattfinden
Der weitere Abend war noch durch eine geniale Idee gezeichnet, die Martin, Ruben und mir in der Busfahrt zurueck einfiel: Wir gruendeten eine badisch-schwaebische Allianz mit dem Ziel moeglichst viel Unsinn zu verbreiten und besiegelten das sofort mit unserer ersten Gremiumssitzung. Ueber 7 Beschluesse stimmten wir ab, ueber einen davon sogar per Geheimwahl, da es um das Recht der
Hier noch einige historische Bilder, die die historische Zusammenkunft und Vereinigung zweier Voelker bestaetigt. Wer will darf mit einer mindestens zwei minuetigen Rede der Allianz unter Zustimmung der drei Oberhaeupter eintreten.
Das wars dann auch schon wieder, ich hoffe ich konnte euch das Gefuehl ueber ein gelungenes Wochenende vermitteln, das es zweifelsohne auch war. Obwohl ich davon ausgehe, dass jede Immitaion Scheisse ist, es sei denn das Original ist so schlecht, dass jegliche Kopie durch die menschliche Grundkompetenzen, die dem urspruenglichen Erschaffer demnach fehlten, verbessert wird, fuehlte ich mich fast zuhause und hatte viel Freude an den Bemuehungen der Brasilianer. Dank geht an die Leute in Blumenau, die uns so herzlich verpflegt und aufgenommen haben!
Wir sehn uns!
Simon
p.s. Die Bilder stammen nicht aus meiner Kamera, sondern sind mit freundlichem Einverlaub von Benjamin gesponsort worden :)
Mittwoch, 17. Oktober 2007
I had a bad day!
NOT!
Um es mit 2 zusammengesetzen Woertern zu sagen: Der Tag war arschgeil!
Angefangen hat alles beim Fruehstueck. Die mittlerweile standartisierte Erdbeermarmelade wurde zum ersten mal durch gekochte Eier ersetzt! Zwar nur Eines pro Person, aber ich hatte die Rechnung nicht ohne Gott gemacht, der den Hunger 2er mir gewogenen Internos versiegen lies und mir dadurch 3 Eier unterm Weihnachtsbaum bescherte. Fantastisch! Als ich nach drausen schaue erblickten meine Augen einen wunderbar blauen Himmel, kombiniert mit einer perfekten Temperatur. Nach den 5 Tagen Dauerregen ein wahres Wunder!
Der naechste beeindruckende Shock war meine ungezuegelte Lernlust heute! Ich habe doch tatsaechlich 2 Lektionen auf einmal durchgemacht, ohne auch nur einmal meine BMX-Zeitschriften aufgeschlagen zu haben. Dadurch hat sich mir eine voellig neue Welt des Portugiesischen aufgetan und ich habe dann doch prompt auch noch meinen ersten Gedankengang in Portugiesisch vollfuehrt! Automatisch und ohne zu Denken natuerlich. Weiter gings beim Erdbeeren Sortieren. Ich habe grad mal so nebenbei eine neue etwas schoenere Variante des Erdbeerstapelns entdeckt und gleich reformiert. Props (=Teeniesch; Beifallsbekundungen) gabs von ganz oben, was mir den absoluten Kick fuer den Tag verschaffte. Vielleicht lag es daran, dass ich deswegen so zufrieden war, aber ich habe mich wohl noch nie so blendend mit den Internos verstanden. Das war fast, als wuerde ich sie schon Jahre kennen und deswegen haben mir auch 3 gesagt, dass sie mich echt super leiden koennen. Dazu kommt dann auch noch die Erste richtig hammergute grobe Rauecherbratwurst, die es zum Mittagessen gab. Die Kroenung der ganzen Sache war dann wohl auch noch der Spruch meines Vorgesetzten beim nachmittaglichen Erdbeersrtieren:"Lief ja echt gut heute, du darfst 15 min frueher aufhoeren!" Wie bitte?! Sofort das BMX gepackt und auf zum Skatepark, den, durch die Zeitumstellung nun um eine Stunde laengeren Tag denkbar wuerdig auszunutzen. Und wie es der Tag schon vorraussagte war die Session der absolute Hammer. 3 (!!!!!) neue Tricks sind seit heute in meinem Repertoire und das sogar mit einer Sicherheit, als haette ich sie schon Jahre gemacht. Achtung jetzt wirds jugendlich: Ein langsamer kontrollierter Nosemanual ueber ein schoen langes Table, Tiregrab 180° in einer 45° Bank und zum kroehnenden Abschluss ein Footjam-Nosepick mit Seatgrab an jedem beliebigen Obstacle.
Und wie es der Zufall so will bin ich sogar noch so frueh zurueck, dass ich noch mitbekommen, wie Pizzas bestellt werden und ich mich noch einklinken kann.
Das war dann einfach zu viel fuer mich und ich musste mich einfach sofort hier hinsetzen und euch mal schreiben, wie absolut perfekt dieser Tag in Brasilien fuer mich lief. Heute hatte Gott wirklich eine segnende Hand ueber mich gehalten und ich bin jedem dankbar, der heute auch nur ein Stosgebet losgeworden ist. Wie ihr seht hat es praechitg funktioniert :)
Wer das hier irgendwie sinnlos findet, dem kann ich eigentlich nur beistimmen, aber so ist das nun mal. Ich fuer meinen Teil werd jetzt mal los meine Pizza essen. Die kam natuerlich perfekt zum Schluss und deswegen bleibt auch keine Zeit fuer ein 2. Durchlesen. Ich hoffe meine Deutschlehrer haben mich gut ausgebildet :)
bis denne dann
euer Simon
Um es mit 2 zusammengesetzen Woertern zu sagen: Der Tag war arschgeil!
Angefangen hat alles beim Fruehstueck. Die mittlerweile standartisierte Erdbeermarmelade wurde zum ersten mal durch gekochte Eier ersetzt! Zwar nur Eines pro Person, aber ich hatte die Rechnung nicht ohne Gott gemacht, der den Hunger 2er mir gewogenen Internos versiegen lies und mir dadurch 3 Eier unterm Weihnachtsbaum bescherte. Fantastisch! Als ich nach drausen schaue erblickten meine Augen einen wunderbar blauen Himmel, kombiniert mit einer perfekten Temperatur. Nach den 5 Tagen Dauerregen ein wahres Wunder!
Der naechste beeindruckende Shock war meine ungezuegelte Lernlust heute! Ich habe doch tatsaechlich 2 Lektionen auf einmal durchgemacht, ohne auch nur einmal meine BMX-Zeitschriften aufgeschlagen zu haben. Dadurch hat sich mir eine voellig neue Welt des Portugiesischen aufgetan und ich habe dann doch prompt auch noch meinen ersten Gedankengang in Portugiesisch vollfuehrt! Automatisch und ohne zu Denken natuerlich. Weiter gings beim Erdbeeren Sortieren. Ich habe grad mal so nebenbei eine neue etwas schoenere Variante des Erdbeerstapelns entdeckt und gleich reformiert. Props (=Teeniesch; Beifallsbekundungen) gabs von ganz oben, was mir den absoluten Kick fuer den Tag verschaffte. Vielleicht lag es daran, dass ich deswegen so zufrieden war, aber ich habe mich wohl noch nie so blendend mit den Internos verstanden. Das war fast, als wuerde ich sie schon Jahre kennen und deswegen haben mir auch 3 gesagt, dass sie mich echt super leiden koennen. Dazu kommt dann auch noch die Erste richtig hammergute grobe Rauecherbratwurst, die es zum Mittagessen gab. Die Kroenung der ganzen Sache war dann wohl auch noch der Spruch meines Vorgesetzten beim nachmittaglichen Erdbeersrtieren:"Lief ja echt gut heute, du darfst 15 min frueher aufhoeren!" Wie bitte?! Sofort das BMX gepackt und auf zum Skatepark, den, durch die Zeitumstellung nun um eine Stunde laengeren Tag denkbar wuerdig auszunutzen. Und wie es der Tag schon vorraussagte war die Session der absolute Hammer. 3 (!!!!!) neue Tricks sind seit heute in meinem Repertoire und das sogar mit einer Sicherheit, als haette ich sie schon Jahre gemacht. Achtung jetzt wirds jugendlich: Ein langsamer kontrollierter Nosemanual ueber ein schoen langes Table, Tiregrab 180° in einer 45° Bank und zum kroehnenden Abschluss ein Footjam-Nosepick mit Seatgrab an jedem beliebigen Obstacle.
Und wie es der Zufall so will bin ich sogar noch so frueh zurueck, dass ich noch mitbekommen, wie Pizzas bestellt werden und ich mich noch einklinken kann.
Das war dann einfach zu viel fuer mich und ich musste mich einfach sofort hier hinsetzen und euch mal schreiben, wie absolut perfekt dieser Tag in Brasilien fuer mich lief. Heute hatte Gott wirklich eine segnende Hand ueber mich gehalten und ich bin jedem dankbar, der heute auch nur ein Stosgebet losgeworden ist. Wie ihr seht hat es praechitg funktioniert :)
Wer das hier irgendwie sinnlos findet, dem kann ich eigentlich nur beistimmen, aber so ist das nun mal. Ich fuer meinen Teil werd jetzt mal los meine Pizza essen. Die kam natuerlich perfekt zum Schluss und deswegen bleibt auch keine Zeit fuer ein 2. Durchlesen. Ich hoffe meine Deutschlehrer haben mich gut ausgebildet :)
bis denne dann
euer Simon
Freitag, 5. Oktober 2007
Out of my life, Out of my mind...
"Sieht nicht gut aus!" meint der Deutsche Verstaendiger im Klinikum. "Wie sie sehen, haben sie eine massive Fraktur des Humerus erlitten." Er zeigt mir einen Haufen weiser Splitter auf dem Roentgenbild, die einmal mein rechter Ellenbogen gewesen sein sollen. Auf die Frage, wie lange die Heilung dauern wird bekommen ich eine viel zu lange Zeitspanne von 6-8 Monaten mitgeteilt. Ok, der 180° die 8 Stufen runter war vielleicht mit etwas zu viel Idealismus behaftet und die Entscheidung nach halber Drehung vom Rad abzusteigen auch nicht unbedingt intelligent, aber 6-8 Monate und die Aussicht darauf, meinen Arm nie wieder gescheit bewegen zu koennen sind einfach zu hart! Genau in diesem Moment habe ich mich gefragt, warum Gott gerade mir so etwas zumuten muss!
Ploetzlich reisst mich das nervige Klingeln meines Billig-Weckers aus dem Schlaf. Eine Nacht ist immer dann zu kurz, wenn dich eine andere Uhr als deine biologische weckt,
und mit diesem Gedanken schaele ich mich, und so kommt es mir vor, aus der Geborgenheit eines Mutterleibs und mache mich, nicht ohne nochmal auf Kathis Baeren zu sabbern, muede auf den Weg ins Bad. Ein kurzer Blick in den Spiegel teilt mir mit, dass mein 18 Tage-Bart mittlerweile verdammt scheisse aussieht, aber als ich ans Rasieren denke kommt auf einmal ein Gefuehl in mir hoch, dass ich in dieser Intensitaet nur aus den 5 Minutenpausen vor Geschichte kenne: Null Bock! Aber da mich Gott mit einem freien Willen gesegnet hat und auch sonst keine Rendevouz anstehen, verschiebe ich die Sache mit einem, nicht ganz ehrlich gemeinten "Morgen kannst du das immer noch machen". Als ich mich entkleide streift mein Blick die Toilette
und eine Vorfreude wie an Weihnachten durchzuckt mein noch schlaftrunkenes Gehirn. Aber angesichts des ziemlich kleinen Zeitfensters von maximal 10 Minuten, das wenig Raum fuer Gemuetlichkeiten laesst, beherzige ich Benis Lieblingsspruch "Der Morgenschiss kommt ganz gewiss und wenn es erst am abend is!" und vertage auch diese Sache erst mal.
Frisch geduscht geht es dann in die verschwitzen Arbeitsklamotten von gestern und mit denen dann zum Fruehstueck. Heizungen sind in Brasilien Luxusware und infolgedessen ist es am Fruehstueck noch ziemlich kalt, was mich dazu zwingt mit meiner Jackwolfskin Jacke zu posen. An dieser Stelle mal ein Lob an meine Intelligenz, die es mir ermoeglichte das Abi ohne grosen Aufwand zu bestehen, was dann wiederum meine Eltern dazu veranlasste mir eben diese Jacke zu kaufen. Wie jeden morgen gibt es auch heuten wieder selbst gemachte Erbeermarmelade zu
unglaublich suesem Kaffe. Aber da mir Kaffe noch nie geschmeckt hat, macht mir der hohe Zuckergehalt einer Tasse Kaffe, der etwa dem Salzgehalt des toten Meeres entpricht, ueberhaupt nichts aus und so pfeife ich jeden morgen auf alles was mit Testosteron zusammenhaengt durch den Genuss einer Tasse brasilianischen Kaffes. Und wer kennt uebrigens meine heimliche Liebe zu Marmelade schon? Niemand? Die ist so heimlich die kenne noch nicht mal ich!
Danach gehts dann zur Reunião (Besprechung) in der die Weichen fuer den Tag gestellt werden. Ihr denkt richtig, wenn ihr denkt, dass ich da wenig bewirke, weil ich so gut wie nichts verstehe abe
r trotz allem sind wir jeden morgen dabei und hoeren uns 1 Stunde Portugiesisch an. Und auch wenn die beiden deutschen Freiwilligen auf dem Bild interresiert wirken: Glaubt mir sie sind es aus den selben Gruenden wie ich eher weniger. Die Zeit bis zum Mittagessen zeichnet sich wieder, wie erwartet durch beisende Langeweile aus, da Lernen angesagt ist. Deswegen schmeise ich auch nach der 4. Vokabelkarte das Handtuch um mich auf den Weg zu machen, den Internos ein wenig unter die Arme zu greifen. Und ja lerning by doing funktioniert bei mir bedeutend besser! Heute entscheide ich mich bei der Montage der neuen Schraenke mitzuhelfen. Ich setze die erste
Schraube an und drehe sie so bombenfest, dass der Pressspan die weise Fahne schwenkt und nachgibt. Naja, dumm gelaufen, aber ein Loch im Schrank hat noch keinem geschadet. Ab jetzt halte ich die Platten, waehrend Daniel schraubt. Arbeitsklima nach wie vor TOP!
Gerade, als wir den ersten Schrank beenden klingelt schon die Essensglocke zum Mittagsessen! Wie immer gibt es Reis, Bohnen und noch ein bischen Fleisch. "Repetitiae non placent" kennt der Brasilianer nicht und er hat gegenueber den alten Lateinern sogar recht! Bohnen und Reis schmecken einfach gut und tun auch nach 5 Wochen noch ihren Dienst. Nach dem Essen wird erst mal Fiesta gehalten und ich nehme mir 15 Minute
n um mir ganz gemuetlich eine Stange Humus aus dem Kreuz zu pressen. Spass hats gemacht und mit diesem Gedanken falle ich erst einmal in einen Powernap von 80 Minuten um wieder puenktlich zum Arbeitsbeginn aufzuwachen. Kuz vorher begebe ich mich nochmal in die Kueche um mich ein wenig nuetzlich zu machen. Rahul wischt den Boden, Newton bemueht sich um ein sauberes Geschirr und ich feature alles mit dummen Spruechen um die Arbeitsmoral aufrecht zu erhalten. Danach bastell ich mit Julian weiter an den Schraenken rum. Spass machts alle mal und um 5 Uhr sind sogar die Tueren drin! Das warten bis aufs Essen um 7 Uhr vertreibt man sich hier meistens durch Zusammensitzen, Tischfussbal spielen (ich geh in letzter Zeir uebrigens uebel ab) oder andere Spaesse. Manche Deutsche versuchen sich sogar am hausinternen Fitnessstudio, fuer das ich mich natuerlich nicht begeistern kann und deswegen entscheide ich mich wie fast jeden Abend fuer Chillen. Diese Zeit ist wohl auch der Grund, warum wir Deutschen ueberhaupt hier sind. Denn naemlich genau in dieser Chilloutzeit werden die meisten Fragen zu unserem Dienst und vor allem auch zu unserem Glauben gestellt. Und da es mit der Sprache schon langsam bergauf geht koennen wir uns gut in die Gespraeche einklinken und unsere Nachricht unters Volk mischen. Nach dem Essen gibt es an manchen Tagen dann noch einen Film aber heute ist ziemlich tote Hose. Die Internos haben dann um 8 Uhr immer einen Programmteil, an dem wir Deutschen nicht teilnehmen und je nach Lust und Laune wird dann der Abend gestaltet, bis dann jeder in sein wohlverdientes Bettchen geht und wieder irgendwas schraeges traeumt.
Boa noite persoas!

Das war mal ein Einblick in meinen Lieblingstag: Alltag. Einige Leute wollten mehr von meinem "normalen" Leben erfahren, deshalb dieser Post. Die Folge davon ist, dass ich nun den Entschluss gefasst habe mich zu rasieren. Die Bilder sind ja mal echt hardcore o.O
bis denne dann mal
*Cheers*
Ploetzlich reisst mich das nervige Klingeln meines Billig-Weckers aus dem Schlaf. Eine Nacht ist immer dann zu kurz, wenn dich eine andere Uhr als deine biologische weckt,
Frisch geduscht geht es dann in die verschwitzen Arbeitsklamotten von gestern und mit denen dann zum Fruehstueck. Heizungen sind in Brasilien Luxusware und infolgedessen ist es am Fruehstueck noch ziemlich kalt, was mich dazu zwingt mit meiner Jackwolfskin Jacke zu posen. An dieser Stelle mal ein Lob an meine Intelligenz, die es mir ermoeglichte das Abi ohne grosen Aufwand zu bestehen, was dann wiederum meine Eltern dazu veranlasste mir eben diese Jacke zu kaufen. Wie jeden morgen gibt es auch heuten wieder selbst gemachte Erbeermarmelade zu
Danach gehts dann zur Reunião (Besprechung) in der die Weichen fuer den Tag gestellt werden. Ihr denkt richtig, wenn ihr denkt, dass ich da wenig bewirke, weil ich so gut wie nichts verstehe abe
Gerade, als wir den ersten Schrank beenden klingelt schon die Essensglocke zum Mittagsessen! Wie immer gibt es Reis, Bohnen und noch ein bischen Fleisch. "Repetitiae non placent" kennt der Brasilianer nicht und er hat gegenueber den alten Lateinern sogar recht! Bohnen und Reis schmecken einfach gut und tun auch nach 5 Wochen noch ihren Dienst. Nach dem Essen wird erst mal Fiesta gehalten und ich nehme mir 15 Minute
Boa noite persoas!
Das war mal ein Einblick in meinen Lieblingstag: Alltag. Einige Leute wollten mehr von meinem "normalen" Leben erfahren, deshalb dieser Post. Die Folge davon ist, dass ich nun den Entschluss gefasst habe mich zu rasieren. Die Bilder sind ja mal echt hardcore o.O
bis denne dann mal
*Cheers*
p.s. Die kleine Tochter eines Besuchers hier fand ich so cool, dass ich ihr den ersten Schritt zu Ruhm, Ehre und Ansehen abnehmen wollte :)
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