Dienstag, 16. Dezember 2008

4 da S4nd0r

Wisst ihr, was mir gerade jemand auf meine Studivzseite gekrizelt hat? Dass ich ja schon lange überfällig mit dem neuen Blogeintrag bin, also guck ich mal auf das letzte Datum und erschrecke mich, weil schon 1,5 Monate seit dem letzten Update verstrichen sind. Wie auch immer, hier also das lange überfällige Update:

15.11. Abschied Christiano:

Wieder einmal war es soweit, ein Interno hatte seine 6 Monate beendet und ihm zu Ehren gab es ein nettes Abschiedsfest mit viel Pizza und Liebe. Er selber heisst Christiano und ist ein extrem spezielles Exemplar. Man muss wirklich gestehen, dass Gott mit ihm noch etwas größeres vorhatte, denn knapp ein Jahr, bevor es ihn nach Cerené verschlagen hatte wurde er Teil folgender Geschichte: Er erzählte mir, wie er damals mit einem seiner Drogenfreunde und einer Frau in einer Bar gemütlich gechillt hat. Was er nicht wusste war, dass die Frau einen Drogenboss als Freund hatte. Dieser sah natürlich ganz und gar nicht gern seine Freundin in der Hand von 2 anderen Männern, also schaute er kurz rein, zog seine Pistole und schoss Christiano 6 (!!!) Kugeln in den Körper. Eine davon durch den Brustkorb, 2 in den Oberarm, weitere 2 in die Bauchgegend und die letzte in den Kopf. Das ist kein Witz, er hat heute noch ein Loch in der Schädelplatte, was man auf Fotos ganz gut erkennen kann. Trotz allem hat er es noch geschafft ab zuhauen und ohne bleibende Schäden zu überleben. Im Moment hat ihm sein Sozialarbeiter eine Wohnung und Arbeit vermittelt und bis jetzt geht es ihm super. Ich selber finde das einfach krass, nichtmal Hollywood würde sich eine solche Geschichte erlauben und dann trifft man so einen Menschen, der wirklich so was erlebt hat.

Das hier ist Christiano (der linke)

25.11. Snakehunter, i hunt you down, you and your family:

Boaaaahh! Wie geil war das denn? Ich war gerade mit Darruan im Garten das Feld umgraben, kommt auf einmal Cleverson an und meint "Leute, da oben hätte mich fast eine Schlange gebissen, tödlich giftig!" Ob er nun wirklich angefallen wurde oder nicht, keine Ahnung, giftig soll sie aber alle mal gewesen sein, jedenfalls hat das jeder Mitarbeiter und Interno bestätigt. Also nichts wie los, bewaffnet mit Hacken und FlipFlops. Die Taktik war folgende: Wir klopfen solange im Gras herum, bis sie ausreist und schlagen dann zu 3. mit unseren Hacken auf sie ein, als gäbe es kein Morgen. Gesagt getan, ich bin nun amtlicher Schlangentöter! Beeindruckend war, dass die Schlange, obwohl Darruan sie als erster erwischt hat und ihr ein gutes Drittel Körper abgetrennt hat, noch locker im Stande war zu fliehen und das sogar ziemlich schnell. Den 2. Schlag hab ich dann erwischt und danach war fertig. Hat noch ein bischen gezuckt, aber dann war es das schon. Hier meine Trophäe, sonst haben wir den Rest indianermäßig und naturverbunden wieder im Wald verbuddelt. Es war halt so cool, besser als in "Der mit dem Wolf tanzt"

29.11. Minujugendkongress:

Unsere Jugend in der anliegenden Kirche ist ja nicht unbedingt groß. Wenn es gut läuft sind wir mal zu zehnt, aber ich muss ehrlich gestehen, bisher war ich auch nur 3 mal da. Mittlerweile fühle ich mich dann doch ein bisschen zu alt für eine 15-jährige Umgebung, also geh ich normalerweiße nur in den Gottesdienst. Wie auch immer, dieses Wochenende war geplant in ein etwas entfernstes Strandhaus zu gehen um sich dort einfach mal richtig tierisch entspannen zu können. Mit von der Party war Samuel, meine Mitzivi und noch ein anderer Freiwilliger aus dem nahe gelegenen Sao Bento. Ich muss sagen, es war halt entspannt. Sonnenbaden, ein bisschen Volley und Eis und damit war das Wochenende auch schon wieder rum. Erwähnenswert wre vielleicht noch, dass ich wieder einmal bewiesen habe, dass meine Haut immortal ist! Ich hab den Härtetest gemacht von brasilianischer Mittagssonne und Simons Haut. Ich hab gewonnen! Außerdem glaube ich mir einzubilden Sonnencreme als Modetrend entlarvt zu haben, am letzten Tag nämlich habe ich mir, um allen zu beweisen, nur eine Hälfte des Gesichtes eingecremt und man konnte danach keinen Unterschied erkennen. Wie auch immer, Hautkrebs hab ich nie so ernst genommen und um ehrlich zu sein habe ich auch noch nie von jemandem gehört, der das hatte... Naja, ist ja auch wurst :)


6.12. Daniels Formatura:

Daniel war ein ehemaliger Freiwilliger hier in Cerené und war selber mal stark kokain abhängig. Heute studiert er Theologie, oder besser, hat studiert, denn er ist diese Tage fertig geworden und hat mich und Sebastian zu seiner "Formatura" eingeladen. Wie nennt man das in Deutsch? Diplomsfeier?! Keine Ahnung, jedenfalls hatten sie alle solche Hüte auf und haben ihr Diplom bekommen. War auf jeden Fall eine stinklangweilige Zeremonie von über 3 Stunden, in der jeder, wirklich JEDER, Professor noch seine ganz persönlichen Glückwünsche und Segen loswerden musste. Aber egal, danach gab es noch viel Essen und Gespräch und das hat es dann wieder rausgehauen. Was mich sehr begeistert hat war folgendes: Vielleicht wisst ihr es noch nicht, aber Cola ist DAS Prestige-Objekt hier in Brasilien. Egal wo und wann Cola ist immer dabei und vor allem NUR (und ich meine nur) original Cola. Es gibt wirklich keine gefälschte und der richtige Brasilianer, obwohl Brasilien zu einem Schwellenland gehört, pfeifft sich ausschließlich die Sahne auf dem Getränkemarkt rein. Vielleicht seine Kinder mal zurückhalten kommt hier niemandem in dem Sinn und so ergab sich Gelegenheit für dieses Foto, als wir um ein Uhr die letzten waren, die sich verabschiedeten. Ich wünsche eine gute Nacht, liebe Eltern ;)



Das wars dann auch schon wieder an Higlights der letzten paar Wochen. Sonst war es sehr heiß und schweißtreibend. Kaum vorstellbar, dass in Deutschland Eis gekratzt werden muss, während ich hier bei gefühlten 80 Grad auf dem Feld schufte. Wir sehen uns ja bald wieder!

Achja und ich habe mich vor knapp einer Woche dazu entschieden jetzt auf Realschullehramt zu studieren. Ok, erstmal verdauen, aber wenn man das mal nach einer Schockminute neu betrachtet, wir einem bewusst, dass ich optimale Vorraussetzungen habe, oder? Wie Julian so schön sagte "Wir kennen den Feind, Simon!" =D

Samstag, 8. November 2008

Radaktion

Nun endlich nach 2-3 Wochen Verspätung, endlich das Update zu der Radspendenaktion. An diesem Dienstag war nämlich die 3. "horario de esportes radicais" was so viel wie "Extremsportartenstunde" auf Deutsch heisst. Wer sich nun noch nichts darunter vorstellen kann, das läuft nun so ab. Die 2 Räder sind jetzt natürlich top und einsatzbereit, genauso wie das Skateboard, das nun auch eingeweiht wurde. Ich schnapp mir dann jeden Dienstag oder Donnerstag, oder an beiden Tagen, 3-4 Internos und schlepp sie auf den nahegelegenen Skatepark, sich die Knochen zu brechen. Dieser Dienstag war ein voller Erfolg, hat sich doch einer das Knie verdreht, der 2. das Knie so angehauen, dass er nicht mehr laufen konnte und der 3. sich den "Pulso" ausgekugelt. Da mein Fachportugiesisch im Bereich Medizin nicht so ausgeprägt ist, muss ich euch leider die endgültige Wahrheit vorenthalten, aber es handelt sich um irgend einen Knochen am Handgelenk. Macht aber nix, ist ihm anscheinend schon ein dutzend mal passiert, da der Held seines Zeichens Motocrosser ist und Exmarine (ja, das war der damals mit den Erdbeeren :) )
Fazit zu der ganzen Sache: Einfach genial, es macht Spass, die Leute kommen mal aus Cerené raus und generell ist Skaten überhaupt der geilste Sport dieses Universums und wer auf Fussball kein Bock mehr hat ist hier wunderbar kuschelig aufgehoben. Also nochmal ein großes Danke an alle, die sich beteiligt haben, es wird hier wirklich genutzt und vor allem auch geschätzt!

Hier Äkschenpiccs:

Montag, 27. Oktober 2008

Gebooortstag!

Jouh, nun ist es also mal wieder so weit. 21?! Whuuut? Ging wirklich scheisse schnell rum das alte Jahr, hab natürlich viel erlebt, aber rezitieren macht ohne dass ihr die Insider kennt wenig Spass, also lieber was von meinem Tag heute:
Ihr kennt das ja, jede Familie hat ihr bestimmtes Geburtstagsritual, das zumindest ich bei meinem 20. sehr sehr schmerzhaft vermisst habe. Darum kam mir folgender Gedanke, Samuel und Sebastian in die hohe Kunst der heissischen Bescherung einzuweihen. Punkt 1: Mich mit "Zum Geburtstag viel Glück" sanft aus dem Schlaf singen. Danach duschen, Vorfreude im Bauch und als großes Finale, vor der geschlossenen Tür warten, bis der lang ersehnte Chartbreaker "Geburtstagskind, komm herein" ertönt. Daraufhin eintreten, Kerzenlicht, Wunderkerzen, 2 singende Zivis, einer davon mit engelsblonden Locken und vor allem der Geburtstagsbogen, der natürlich dieses Jahr etwas kürzer ausfiel...
Dieses Jahr liesen sich sogar die Internos etwas neues einfallen, wird man doch generell nur in den See geworfen, bekam ich eine Extrabehandlung. Und zwar ein 120kg Schwein mitten in meinem Zimmer! Ich hab zwar gekämpft wie ein Mann, aber gegen 24 Internos + Kampfschwein war jeder Sieg aussichtslos. Aber das reicht natürlich nicht, stand das Schwein dann mal in meinem Zimmer und der Siegesschrei der Internos klang an, bekam das arme Tier eine Panikatacke und löste die Situation damit, einen 3 Kilo Haufen in mein Zimmer zu setzen. OMFG! o.O Zum Glück stinken Bilder nicht, sonst würde hier keiner lesen...

Sonst kann ich nur sagen, es war ein schöner Geburstag, danke für die vielen Glückwünsche und das 2. Rad ist nun endlich angekommen und aufgebaut. Übrig blieb noch ein bischen Kohle und das hab ich jetzt in ein Skateboard investiert, da ein paar Internos auch leidenschaftliche Skater sind. Vielen Dank hier nochmal an alle, die sich beteiligt haben, die Sache läuft hier richtig gut :)

Montag, 20. Oktober 2008

Voll die Heirat

Halt Stop, fing alles ja schon etwa vor einer Woche an, als wir einen Jungesellenabschied zu feiern hatten. Daniel nämlich, unser Arbeitstherapeut, hatte die güldenen Flitterwochen vor sich und damit natürlich auch das, was man unter einem brasilianischen Junggesellenabschied versteht: Grillen und danach das Opfer mit Mehl, Eiern und allem möglichen dekorieren. Mein unmoralischer Vorschlag, die Party aufzupeppen, wurde leider zurückgewiesen... Aber da man am besten sowas nur einmal im Leben durchmacht, natürlich Motivation den Ring ein wenig stecken zu lassen, wofür hat man denn Freunde? Das sah dann jedenfalls im Endeffekt so aus:

Die Hochzeit an sich hat sich gestern abgespielt und wer es nicht weiß, brasilianische Hochzeiten sind im Grunde ziemlich ähnlich. Es wird geheult, beim Kuss geklatscht und Braut wie Bräutigam sind weiß bzw. schwarz. Einziger Unterschied bildet die Anfangszeit, nämlich 6 Uhr abends. Und mit 6 Uhr abends, wird gemeint, dass man sich gegen 6 auf den Weg macht. Das ist kein Witz, es ist wirklich Sitte, bis auf den letzten zu warten und davon auszugehn, dass er nicht länger als 2 Stunden zum Haartracht formen braucht. Sprich um 9 war dann die Szene im Kasten, die Braut geknutscht, Tränen abgewischt, Homies gedrückt und ab ins Reastaurant, natürlich Essen. Sonst verlief der Abend relativ normal, ich hab jetzt auch nicht den derben Flash bekommen von wegen ich muss schleunigste heiraten oder sowas. War chillig und genau jetzt klingelts zum Essen und ich hab Hunger, bis dennsen also!

Dienstag, 14. Oktober 2008

Vagabundojagd

Heute wieder mal ein freier Tag und das Wetter lädt geradezu ein zum Radfahren. Am Mittag werde ich mich auch auf jeden Fall mit meinem Gerät aufmachen, aber vorher noch kurz ein kleines Update zu meinem Zivileben:

Vor etwa 2 Wochen (Ich weiß, die Aktualität lässt zu wünschen übrig) mussten wir feststellen, dass immer wieder unsere Erdbeerfelder geplündert werden. Man konnte sich auch schon denken, wer das war, weil immer, wenn etwas in diese Richtung passiert, es eben jener ist. Weiter unten in unserer Straße lebt schon seit geraumer Zeit ein Drogensüchtiger und Dealer. Da fragt man sich natürlich, was ein Cracksüchtiger mit Erdbeeren will, aber die Frage ist rasch beantwortet. Die hiesigen Dealer haben es sich nämlich zu eigen gemacht alles, wirklich alles, im Tausch gegen Drogen anzunehmen. Erdbeeren stehen da natürlich hoch im Kurs, vor allem sind sie leichter zu klauen als z.b. Fernseher oder Autos. Dass die gedealten Gegenstände natürlich zu einem Spottpreis über den "Laden"tisch gehen versteht sich von selbst, hat zum Beispiel ein Neuzugang in Cerené vor kurzem sein Motorrad für 2000 Reais verhökert. Wert war das neu um die 10 000, aber der Dealer kauft eben alles und das zu einem asozialen Preis. Oder im Grunde auch ganz in Ordnung, denn zum Beispiel dieser Interno ist nach eben jener Aktion aufgewacht und hat sich internieren lassen. Gut gemacht, Mister Dealer ;)
Jedenfalls kam dann die Idee auf, sich endlich mal gegen diese Sache zu wehren, da die Polizei hier aber nur Verbrechen verfolgt, die inflagrantie erwischt werden und Augenzeugen (die es zu Haufen gab) keinen Wert haben, sich solange im Wald zu verstecken, bis der Typ wieder einsteigt und ihr dann dingfest zu machen. Ich war natürlich sofort mit brennendem Eifer dabei, also Walky-Talky geschnappt, Schnur eigepackt und für den Fall der Fälle ein 1m langes Buschmesser mitgenommen. Im Prinzip hatte niemand damit etwas vor, es kam nur richtig cool! Und tatsächlich, nach etwa 2 Stunden Wache kam unser Vagabundo und machte sich ans Erdbeeren sammeln. Nur um es vorrauszunehmen: Wir haben ihn nicht gekriegt :/ Es lief nämlich folgendermaßen ab: Mit im Team befand sich ein Ex-Marine, jedenfalls behauptet man das hier, wenn man 9 Monate Pflichtwehdienst geleistet hat. Seine Idee war es auch sich mit Camouflage anzumalen, was mir persönlich dann doch ein bisschen zu lächerlich war, mitten in der Nacht, ohne Licht... Auf jeden Fall hat dann eben dieser Patriot kurzgeschalten und entgegen dem ursprünglichen Plan, langsam anpirschen, auf Blitzkrieg gewechselt, Kriegsgeschrei angestimmt und mit hundert Prozent Elan und Null Intelligenz auf den Typen zu. Der ist natürlich sofort im benachbarten Garten verschwunden und ward nicht mehr gesehen :/
Naja egal, es hat unglaublich viel Spaß gemacht und seither kam er auch nicht wieder, also hat es schlussendlich dazu geführt, was wir eigentlich wollten, nämlich die Erdbeeren schützen :)


So, das war es aus meinem heldengleichen Leben, man hört dann von mir!

Dienstag, 23. September 2008

Dia de foga

Zu Deutsch: Freier Tag. Den hab ich nämlich heute, da ich am Wochenende Bereitschaftsdienst hatte und rund um die Uhr mit den Internos rumgehangen bin. Und heute dann 100% Nichtstun. Wie fett! Gerade aufgestanden, Mails gecheckt, gemerkt, dass ein Haufen Leute auf dem Abend meiner Mutter waren (Danke für die Grüße), geduscht und die Krönung der Schöpfung: Kalte Pizza vom Vorabend, in der Gewissheit meinen Zivikollegen nun endlich Skat beigebracht zu haben. Dazu kommt auch noch das absolut perfekte Wetter, Shortwetter, wie ich zu sagen pflege und der Tag verspricht absolut perfekt zu werden. Einfach richtig gut, verdient :) Wenn sich jemand nicht vorstellen kann, wie sowas aussieht, hier der bebilderte Versuch (wie bei allen Fotos, klicken zum Vergrößern):


Nun ja, meine Mutter hat mir jetzt auch nochmal auf die Füße getreten, endlich doch mal wieder ein Lebenszeichen von mir zu geben. Es gibt ja auch nichts chilligers, als seinen freien Tag in Shorts vor dem PC zu verbringen und einfach zu tippen. Hier also die Zusammenfassung der Highlights der etwa letzten 2 Monate:

Fest der Nationen (22.8.-24.8.):
Da in Brasilien nun Wahlen sind (in 2 Wochen) strengen sich die Politiker natürlich besonders an, in den Köpfen der Bevölkerung als "Der Mann fürs Leben" zu erscheinen und so folgt, dass Straßen erneuert, Skateparks genehmigt, Bäume gepflanzt und Babys geküsst werden. In Lapa äußert sich dieser Stimmenkampf in einem sogenannten 1. "Fest der Nationen". Es geht darum, eine Art Volksfest aufzuziehen, in dem verschiedenen Nationen ihre Köstlichkeiten und Festtänze aufführen. Cerené hat wider erwarten Deutschland repräsentiert, mit mir wohl als weit und breit einzigem Ausländer. Mit am Start war Holland von einer mennonitischen Kommune, Italien von irgend einem Frauenverein, Russland von einer Lapabekannten Bauernfamilie, Brasilien von einer anderen Drogenklinik und noch ein Land, das ich nicht kannte. Unsere Spzialität: Spätzle und Apfelstrudel. 60 Strudel wurden vernichtet und etwa 25 Kilo Mehl in Spätzle umgewandelt, natürlich immer mit Bekräftigung darauf, dass wir der einzige Stand waren, der seine Spezialitäten wirklich durch kundige (meine) Hände fabriziert hatte.
Der Tanz wurde dann von meiner Seite aus her abgeblasen, da ich nicht Schuhplattlern kann und Wiener Walzer allem Anschein nach nicht aus Deutschland kommt. Schade auch, deswegen musste 20 blonde Mädels alleine Proben und ich durfte nur zukucken :( Trotz allem ein echt chilliges Wochenende, ich kann nur Spätzle einfach nicht mehr sehn!

New tight Zivi (1.9.):
Wir haben Verstärkung bekommen! Samuel heisst der Neue, zweimal so groß wie ich, seines Zeichens Pfarrerssohn und schwer in Ordnung. Endlich hab ich einen Mitzivi, der Bock hätte auf den Güterwagon aufzuspringen, der immer hier an Cerené vorbeidonnert und einfach mal zu kucken, wo der denn hingeht. Wenn man den örtlichen Fachleuten trauen darf, soll der sogar irgendwo ans Meer fahren! Wir haben das mal in 1 Monat festgemacht, dass (falls ich ihn verliere) er sich wieder alleine Nach Hause durchschlagen kann. 4 Tage später gab es dann zur Feier der Ereignisse einen Willkommensspaziergang in den 20km entfernten Park(?). Oder jedenfalls das, was sich ein Brasilianer unter Park vorstellt. Wurde gegrillt, Volleyball gezockt und Samuel hat sich null verständigen können. Mich hat das gefreut, meinen eigenen Anfang nochmal aus der 3. Perspektive wiederzuerleben. Er wird auf jeden Fall eine Bereicherung im Ziviteam darstellen, dessen bin ich mir sicher. Außerdem bin ich nun ein Jahr in Brasilien!

Auszug aus der Küche (5.9.):
Wahrscheinlich wusste es eh niemand, aber ich war eine Zeitlang wieder in der Küche. Ich mag die Küche ja nicht, weil hier unglaublich übertriebenen Wert auf Sauberkeit gelegt wird. Und selbst diejenigen, die mich in diesem Feld kennen gelernt haben, würden mir zustimmen, dass das komplette Fluten der Küche (kein Witz), dazu eine halbe Packung Waschpulver und ca. 200ml Chlor, etwas übertrieben sind um eine Küche von 20m² zu säubern. Trotz allem ist die Küche sonst eine echt nette Angelegenheit, da die Internos meistens nicht die Schlimmsten sind und man sich einfach richtig gut unterhalten kann. Zum Abschied haben wir dann nochmal einen Interno geopfert, um unseren aus den Ferien zurückkehrenden Chefkoch milde zu stimmen.

In touch with culture (13.9.):
Bahnbrechendes Wochenende: Zum ersten Mal wirklich gescheiten Kontakt mit dem brasilianischen Volk gehabt. Bzw. der weiblichen Hälfte. Es ist nunmal leider so, dass hier in Cerené sich selten eine Frau blicken lässt. Meistens sind das die Mütter, Ehefrauen oder Töchter, aber man kann sich ja vorstellen, wie die Familienverhältnisse hier gestrickt sind. Fakt ist, dass ich im Grunde seit 1 Jahr keinen Kontakt mit angenehmen Mädchen hatte. Umso erfreuter war ich deshalb, dass Samuel und Ich dieses Wochenende auf der Straße angequatscht wurden, ob wir denn Deutsche wären. Daraus hat sich dann ein unglaublich enstpannter Nachmittag ergeben und am nächsten Tag waren wir auch noch in einer Kunstausstellung. Es tat einfach mal wieder richtig gut sich mit ein paar entspannt tickenden Mädchen zu unterhalten, auch wenn ich gestehen muss, dass mir da nun wieder einiges an Übung fehlt. Egal, heiraten werde ich keine davon, chillig wars in jedem Fall.

Auf dem OP-tisch (16.9.):
Meine Op stand an. Nun werden sich wohl einige Fragen: "Op? Wozu?" Es trug sich folgendermaßen zu: Vor etwa 1 Monat hab ich Holz gehackt. Aber natürlich nicht das Otto-Normalverbraucher-Einschlag-down-Holz, sondern harte, mit Öl durchtränkte, 800 Jahre alte Bahnlinienbalken. Also der harte Shit eben. Das macht man natürlich mit Keilen und schlägt dann mit Eisen auf Eisen. Irgendwann hat sich dann jedenfalls ein winziger Metallspliter gelöst und ist mir direkt in den Arm und hatte dort anscheinend einen Nerv durchgeschnitten. Seit dem Moment habe ich auch nichts mehr in meiner linken Oberhand gespührt, was alles in allem extrem widerlich war. Der erste Arzt meinte nach seiner rumdrückmethode erkannt zu haben, der Fremdkörper hätte sich schon wieder gelöst. 2 Wochen später meinte ein anderer Arzt, diesmal mit Röntgenbild (!!!!), dieser weiße Punkt sein nur ein etwas unförmiger Schraubenkopf und ich solle mir keine Sorgen machen. Für die, die es nicht wissen, ich habe eine Platine im Unterarm. Der 3. Arzt, ein Spezialist, meinte nach dem ersten Blick, dass wir vor etwa 3 Wochen hätten operieren müssen und deswegen lag ich dann nun in der Präsidentensuite und kurz danach auf dem Op-tisch. 7500 Reais hat der Spass gekostet (3000€) um mir einen Splitter von der Größe eines Reiskorns aus dem Arm zu pulen. Das Gefühl soll übrigens wiederkommen, der Nerv wurde wieder zusammengeklebt. Auch egal, Versicherung zahlt ja und was macht man nicht alles dafür, eineinhalb Stunden völlig stoned im OP-Saal seine Herzfrequenz zu beobachten. Wusstet ihr, dass Schwestern ziemlich schnell die Nerven verlieren, wenn man den Atem anhält und seine Herzfrequenz auf einmal unerklärlich nach oben geht? xD Es war geil!

What a special day (20.9.):
Zum ersten Mal in 4 Versuchen hab ich es endlich geschafft mich daran zu erinnern: Kathis Geburtstag! Hat zwar nicht hundert prozent geklappt, da der Brief 2 Tage zu spät ankam, aber das war ja nicht meine Schuld und ich bin Stolz darauf es dieses mal selbst ohne Erinnerung gebacken bekommen zu haben =) Deswegen hier der Bescheid an alle, dass es geklappt hat und nochmal alles Gute Kathi!


Das wars dann an beeindruckenden Ereignissen in letzter Zeit, ich hoffe es wurde nicht allzulang, wenn nicht lest es in Etappen. Wobei es logisch betrachtet überhaupt keinen Sinn macht, diesen Tipp am Ende des Berichts zu geben...
Achja und Skat is the Shiat!



Wir sehn uns in 5 Monaten!

Bis dann

Euer Simon

Dienstag, 12. August 2008

Awesome Guys

Cerené hat zur Zeit 25 Internos, alle natürlich extrem süchtig und wo die Sucht ist, ist der Sprung zur Kriminalität nicht weit. Auch wenn Drogen hier um einiges billiger bekommen zu sind, fehlt es irgendwann an Geld, wenn man pro Tag an die 500€ verraucht. Die meisten versuchen sich hier dann mit Ladendiebstählen oder Autoradioklauerei über Wasser zu halten, aber irgendwann reicht auch das nicht mehr. Neulich erzählte mir ein Interno, dass er einmal kurz davor war sein Haus für 150 Gramm Crack an seinen Dealer zu überschreiben. Es hatte aber nur nicht geklappt, weil er seinen Pass irgend einem Typen verkauft hatte, der ihm dafür umgerechnet 30€ bot. Die 30€ waren dann natürlich in maximal einer halben Stunde weggeballert, aber so läuft die Sucht (leider) nun einmal. Viele von den Leuten hier waren schon im Gefängis, ein paar wegen Mord oder Großhandel im Schwarzmarkt, ob Waffen oder Drogen, alles hab ich schon gesehn. Einige der Internos waren auch schon in Drogenkriege verwickelt und der aktuellste von ihnen, hat 6 Kugeln gefangen, bevor das Magazin seines gegenübers leer war und dieser die Flucht ergriff. Beindruckend, da er 3 davon in den Torso, eine in den Arm, eine weitere in ein Bein und die letzte in den Kopf(!!!) bekam. Zum Glück gibt es anscheinend einen Hohlraum zwischen Hirn und Schädel und genau da ist die Kugel durch und am anderen Ende wieder heraus. Man sieht, es gibt viele Gestalten und unglaubliche Geschichten dazu. Man frägt sich natürlich, warum ich hier solche Geschichten aufzähle. Grund ist ein Neuzugang, der seineszeichens Origami-Profi ist o.O Ich hab sowas ohen Witz noch NIE gesehen und es ist einfach unglaublich, wie so ein Mensch den Drogen verfällt bzw. noch die Muse hat so etwas zu lernen, während er ein Reais nach dem anderen verpulvert. Dieses Tier besteht zum Beispiel aus knapp 400 einzelt gefalteten Bestandteilen, einfach awesome, da passt das Wort nun endlich mal. Der normale Ein-Blatt-ichfühlmichcool-Origami, den ich ab und zu gemacht habe, ist einfach not able to beat this paper credibility.
Der Urlaub war übrigens super und es war Hammer meine Eltern wieder zu sehn. Bericht dazu werde ich lassen, das wird mir einfach zu lang und wenn man nicht dabei war, ist es auch nicht interresant. Vielleicht noch:
Wir haben Waale gesehen!


Sonntag, 20. Juli 2008

Tightness meets parents GmbH


Hallo Leute,
heute kommt ein Blog von "mai do Simon". Als Simons Mama wollte ich mir dies nicht entgehen lassen, mal seine und unsere Leute auf einen Schlag zu erreichen. Also heute ein ganz anderer Stil:

Wir sind nun seit Donnerstag hier.Das erste Wiedersehen war sehr "krass", wie manche von euch zu sagen pflegen und wie ich die vielen Gefühle auch nicht anders beschreiben kann. Wir bestaunen Simons Welt und seinen "Fusca", zu deutsch "Käfer". Er hat erst letzte Woche TÜV bekommen: ohne Handbremse, Gaspedal,rechtem Bremslicht und mit halb plattem Reifen! Aber die entscheidende Sache ist hier die Funktionalität. Und das Fahrgefühl ist auf diesen Straßen, mit diesem Fahrmobil und diesem ohrenbtäubenden Motorgeräusch einfach unbeschreiblich.
Wir werden hier sehr offenherzig aufgenommen. Die Internos freuen sich über alles, was Abwechslung bringt. Gestern haben wir 5,5 kg Käsespätzle gemacht!!! Die Kerle hier haben einen sehr guten Appettit. Mit den Internos in der Küche war das echt eine Gaudi und wenn Simon nicht übersetzt hat haben wir uns auch anders miteinander "unterhalten". In der Küche ist der einzige Platz, an dem Musik läuft. Habt ihr schon mal beim Rühren Anbetungslieder gesungen? Manche Lieder kennen wir in Deutsch und das ist ein gutes Musikerlebnis, wenn einige portugisisch und andere deutsch singen!
Am Abend machte Matthias mit allen Gruppenspiele. Da haben wir zu allen einmal Kontakt gehabt. Wir empfinden das Leben hier für die Internos wie eine große Familie, in der man sich sehr wohlfühlen kann. Das brauchen sie auch. Und Simon tut das auch gut. Also wir sehen, dass er sich hier sauwohl fühlt und das tut jedem Mutterherz gut.
Und Simon konnte schon ein BMX Fahrrad aus den Teilen zusammen bauen, die viele Biker gespendet haben und die wir mitgebracht haben. Das hat viele Internoherzen höher schlagen lassen. Viele in Deutschland haben es auch finanziell möglich gemacht, dass noch ein großes Paket mit noch versprochenen Teilen aus Deutschland geschickt werden kann. So werden am Ende drei vollständige BMX Räder für die Freizeitbeschäftigung der Internos zur Verfügung stehen. Euch ein großes "Obrigada" (Danke)!
Heute haben wir auch noch eine Familie kennen gelernt, die deutsch spricht und deren Großeltern aus Deutschland kamen. Die haben uns genauso herzlich empfangen und wollten uns nicht mehr weg lassen. Aber da wir morgen unsere Rundreise durchs Land antreten und vielleicht heute abend schon abfahren, um bei einem anderen Freund von Simon in Curitiba zu übernachten, haben wir uns nach 4,5 Stunden verabschiedet.
Auf jeden Fall ist Simon am 6.8. wieder hier und ihr bekommt wieder die gewohnt lustig, chaotisch, fetzigen (die 80er Jahre haben angerufen und vermissen ihr Trendwort, Anm. Simon) Blogs von ihm.
Also es ist wirklich klasse hier für ihn. Für alle empfehlenswert, sowas mal zu erleben.
Alle die uns kennen und alle die uns jetzt erst im Blog kennen gelernt haben
-viele Grüße aus dem schönen Lapa.
Eva, Matthias und Simon

Sonntag, 13. Juli 2008

Formatura

Heute war es endlich mal wieder so weit: Einer der Internos, Osmar, durfte seine Therapie in Cerené erfolgreich mit 6 Monaten abschließen. Ein solcher Tag bringt natürlich immer gewisse Rituale mit sich. Man weiß nie genau wann, aber mit tödlicher Sicherheit landet der betreffende Interno irgendwie im Fischteich. Egal, wie kalt, wie warm, wie schick angezogen, ja sogar egal, wenn der See mal kein Wasser hat. Beni zum Beispiel durfte in 50 cm tiefe Fischkacke fallen. Er meinte, es war jedenfalls sehr weich und "so voll bloööääh halt". Osmar hatte heute das Privileg in der krassen Morgenkälte von etwa 8 Grad plantschen zu gehen. Aber da muss man eben durch, hier in Cerené werden ja noch echte Männer erzogen!
Natürlich ist das nicht alles und die Direktoria lässt sich nicht lumpen. Meistens gibt es den seltenen und begehrten Kartoffelsalat, aber bevor man sich in diesen Kostbarkeiten verliert, gibt es noch die eigentliche Formatura. Das üeber 6 Monate schwer erarbeitetes Zerifikat wird vom Big Boss überreicht und jeder, dem noch danach ist, darf das ein oder andere Wort loswerden. Meistens sind das noch ein paar aufmunternde Bibelverse oder kleine Anekdoten aus den vergangenen 6 Monate. Hier werden einfach noch einmal richtig Gefühle preisgegeben und es ist immer ein extrem bewegender Anblick, wenn ehemalige Dauerjunkies, Großhandelsdealer und Straßenschläger sich an einem Tag im Monat heulend in die Arme fallen. Einfach herrlich, vor allem auch deswegen, weil man eben alle diese Anekdoten miterlebt hat, versteht warum genau diese Bibelstelle ausgewählt wurde, weil man eben ganze 6 Monate mit diesem Typen gelebt, gelacht und geliebt (!?) hat. Ich selber habe mich mit Osmar echt prima verstanden und jetzt sieht es so aus, als würde er Theologie studieren und in vielleicht ein paar Jahren bei Cerené als Mitarbeiter mit einsteigen. Immer wieder schön zu sehen, wie die Internos in diesen 6 Monaten aus ihrem Kokon schlüpfen. Manche kommen hier an und haben nichts außer die Kleider auf ihrem extrem abgemagerten Körper. Bei Crackkonsum verschwindet das Hungergefühl, also kommt es manchmal vor, dass die Internos Wochen nichts essen und dann im ersten Monat an die 20 kilo zunehmen (Kein Witz!). Deswegen wird es einem einfach immer total wohl ums Herz, wenn man nach 6 Monaten wieder einmal sieht, was für ein Leben einem Menschen zurückgegeben wurde.
Solche Tage bestätigen :) Und natürlich auch, wie mein albernes Westsidegepose eifrig von den Internos aufgegriffen wird. Homies in da HooD!

Dienstag, 8. Juli 2008

Auszug, Umzug, Rückzug?

Vor 3 Tagen war es soweit: Mein nun 10 monatiger Mitbewohner Beni machte sich auf den Weg in die Heimat. Das brachte 32 Dinge mit sich: Die ersten 30 waren Pizzen, die er unseren Internos spendierte und einen ganzen Abend, also knapp 2 Stunden, nichts anderes getan wurde als zu essen. Ich hätte sogar fast kotzen müssen, so zwanghaft musste ich mir die Pizzen durch meine Speißeröhre pressen. War aber superlecker und ein würdiger Abschied eines coolen Zivihomies. Außerdem musste noch die 10 Monatsmähne runter, damit Omi ihren Bub auch wiedererkennt. Dann eine zum W verknotete Hand zum Abschied, Schmatzer gegeben und mit einem Klaps auf den Hintern ab ins Flugzeug. War eine tolle Zeit :) Das 31. war, dass er schon ein Loch hinterlassen hat, vor allem wird mein Zimmer wohl lange Zeit nicht mehr gefegt oder gewischt werden. Auch wenn ich oft vorhatte es zu tun, kam mir Beni fast immer zuvor, was vermutlich an meiner höheren Tolleranzgrenze lag. Und ja, ich hab mich beim Abschied dafür bedankt :)
Die letzte Sache ist, dass ich nun endlich ein Zimmer allein habe und schon fast vergessen habe, was für ein Luxus das eigentlich ist. Ich meine jetzt nicht, dass Beni sich an irgend etwas gestört hätte oder mir irgend etwas zu peinlich gewesen wäre, aber es ist doch wieder ein anderes Gefühl zu den Klängen von "Time to say goodbye" frei durch sein Zimmer tanzen zu können, als sähe dich niemand. Oder Radzufahren, was ich natürlich sofort gemacht habe. Ich hätte gerne noch ein Vorher Bild dazugestellt, aber meine Festplatte macht gerade irgendwie schlapp.


Donnerstag, 3. Juli 2008

Enthüllt: Internetprominenz ganz privat!



Eigentlich jedem, der sich eine Folge "Bitte lächeln" angesehen hat oder wenigstens 3mal mit Youtube Kontakt hatte, sollte dieses Video bekannt sein. Die ganz gewitzten Nerds mögen es natürlich nicht nur an der Oberfläche zu bleiben und graben ein wenig tiefer. Heraus kommt dann, dass dieser Kerl doch tatsächlich aus Brasilien kommt.
Die absoluten Pros dagegen, zu denen ich gehöre, laufen diesem Typen einfach auf der Straße über den Weg. Beziehungsweiße nicht mir, sondern einem Mitzivikollegen, was mich aber nicht minder pro macht! Cerené hat anscheinend gute Kontakte zu diesem Schiri und so kam es, dass er in diesen Tagen eine gewöhnliche Partie Fussball mit seinem außergewöhnlichen Style pfiff. Aber man frägt sich nun schon, wo bleibt der Skandal?! Ganz einfach: Der Typ ist in Wahrheit kein bischen schwul! Verheiratet, 3 Kinder und wirklich extrem engagierter Christ. Und zu alle dem sogar noch ein verdammt cooler Typ, wenn man den Menschenkenntnissen meines Mitzivis Jonas glauben kann. Seiner Aussage zufolge führt er sich so auf, weil es im a) Spass macht und b) zu demonstrieren, dass über die Oberfläche schauen nie schadet. Ich finde es ist ihm gelungen :)

So, und nun möchte ich bitte alle AAAALT-Rufer betreten schweigen hören!

Hier das Video meines Zivikollegens:


Freitag, 27. Juni 2008

Jugend forscht: Rennen Hühner wirklich ohne Kopf?

Hier bei Cerené gibt es ja so einiges an Getier. Von 3 Schweinen, über einen kastrierten Ochsen zu Fischen, endend bei etwa 50 Hühnern. In letzter Zeit kam es immer häufiger vor, dass der männliche Part dieser Sippschaft meinte, sich als großen Zambalo aufzuspielen und die armen Hennen zu pisacken. Ich fand das als großer Feind der Emanzipation eigentlich erst mal witzig. Achwas Spaaaas. Jedenfalls wurde beschlossen, den männlichen Überfluss von 14 auf 3 Hähne zu reduzieren und somit wurden die Messer gewetzt, die Säcke bereitgestellt und ein Interno zum Metzger befördert. Als, von Killerspielen geschädigter Jugendliche, war ich natürlich von der ersten Sekunde an begeistert und gesellte mich zum blutgeifernden Psychomob. Da ich so etwas noch nie gemacht hatte, wollte ich als erster demonstrieren, was ich aus der 7.Klasse Bio noch behalten hatte. Somit banden wir den Hals eines Hahnes ab, man will ja jede Sauerei vermeiden und ich machte mich daran den Hahn mit einem Messer zu köpfen. Bis ich merkte, dass man mit diesem Messer wohl nicht einmal einen Smiley in ein Stück Butter ritzen konnte, war der Hahn schon in Ohnmacht gefallen und weilte somit dem durchaus amüsanteren Rest nicht mehr bei. Und Frau Weiner hatte Recht! Die rennen wirklich noch knapp eine Minute durch die Gegend. Wir mussten dem aber ein jähes Ende bereiten, da der Hahn gleich beim ersten Versuch in unsere Feuerstelle rannte und sich zweifelsohne lebensgefährliche Verbrennungen zugezogen hätte, hätten wir ihn nicht auf der Stelle verwurstet.
Ich wollte eigentlich auch noch einem weiteren Hahn modebewusst den Hals verlängern, aber ALTER war das ein Geholze. Es blieb leider bei der einen einsamen Kerbe auf meinem Bettkasten aber ich bin mir nun sicher, dass jeder Genickbruch von BruceLee, Schwarzenegger oder einfach jedem Profikiller in Bild und Ton, auf Spezialeffekten beruht. Wie auch immer, vor dem Zeitalter der Fastfood Industrie war so etwas Gang und Gebe und die Nugget-Wings soll es dieses Wochenende geben. Bibeltechnisch gesehen, haben nach Prediger 3,21-22 auch Tiere eine Seele und da vom Sündenfall nur die Menschen betroffen sind (außer vielleicht die Schlange, aber vielleicht war das auch symbolisch gemeint und es bezieht sich auf alle Reptilienarten), werde ich mich sicher irgendwann für meine Unfähigkeit entschuldigen können.

Außerdem habe ich mir nun vorgenommen meine Blog wieder aktueller zu halten. Ich hab wieder Spass daran gefunden, mal sehen, wie lange es hält :)